Vor kurzem wurde der jährliche TrendsWatch Bericht des
Center for the Future of Museums für das Jahr 2016 veröffentlicht. Darin werden
aktuelle technologische, gesellschaftliche und marktwirtschaftliche Trends
vorgestellt und ihre Anwendung auf den Museumsbetrieb besprochen. Besonders
interessant erscheint der Trend Jobs 3.0:
new jobs or a jobless future, der für alle Kulturinstitutionen von grossem
Interesse sein sollte:
So radikal wie der Wandel, der sich zu Zeiten der
Industrialisierung von der Arbeit auf Feld und in Werkstatt zur Arbeit in
Fabrik und Büro vollzog, ist der aktuelle Wandel, der in der Arbeitswelt durch
Technologie, Kulturen und Ökonomie stattfindet. Roboter und künstliche
Intelligenz haben bereits jetzt Einfluss auf Jobbeschreibungen und Arbeitswelt.
Und die neuen Technologien sind schon lange in den Kulturinstitutionen
angekommen – auf der Spielfläche und hinter den Kulissen. Diese machen z.B. ein
örtlich und zeitlich flexibles Arbeiten möglich, führen aber auch dazu, dass
aus der sogenannten work-life-balance das work-life-blending wird, da Arbeit
und Leben immer schwerer voneinander zu trennen sind. Traditionell
hierarchische Organisationsstrukturen versagen bei den flexiblen
Arbeitsmodellen und einige Firmen versuchen als Antwort auf die neuen
Rahmenbedingungen neue Strukturen und Abläufe, die flexibles und auf allen
Ebenen partizipatives Arbeiten fördern.
Wie bereit sind Kulturorganisationen, sich diesen Trends anzupassen?
Kulturmanager empfinden sich als chronisch unterbezahlt und die Aneignung einer
Unternehmenskultur, die eine flexible Arbeitsumgebung (zeitlich, örtlich,
demokratisch) fördert, könnte massiv zur Arbeitszufriedenheit beitragen.
Motivierend könnte sich auch der Trend weg vom jährlichen Personalgespräch hin
zu einem kontinuierlichen, zukunftsorientierten Feedback auswirken, das sich
auf die Unterstützung und Belohnung von guten Mitarbeitern und nicht auf das
Abmahnen und Bestrafen der sognannten Low Performer konzentriert.
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Mittwoch, 8. Juni 2016
Montag, 16. Dezember 2013
Kultur als Wirtschaftsfaktor
Die Bedeutung von Kultur als Freizeitaktivität und
Wirtschaftsfaktor nimmt in den USA kontinuierlich ab. Durch den 2013 Survey of Public Participation in theArts stellte der National Endowment of the Arts wieder einmal fest, dass gerade die Teilnahme in den
traditionellen Kultursparten (Oper, Orchester, Ballett, Theater und Museum)
seit den 90er Jahren weiterhin dramatisch rückläufig ist. Insbesondere junge
Leute bleiben Kulturveranstaltungen fern und füllen die Sitze der aussterbenden
Gruppe der Abonnenten nicht wieder auf. Immigranten pflegen der Umfrage nach
ihr eigenes Kulturgut. Lediglich dort sowie im Bereich Jazz, der im
wesentlichen von Afro-Amerikanern besucht wird, lassen sich stabile
Besucherzahlen ablesen.
Eine weitere Perspektive, die Lage der Kultur zu bewerten, ist auf ihre Wirtschaftskraft zu blicken. Nach einer gerade vorgestellten Analyse des National Endowment of the Arts, stellte die Kultur in den USA im Jahr 2011 mit $504 Millliarden 3,2% des US-Bruttosozialproduktes. Diese Zahl klingt riesig. Trotzdem ist der Beitrag der Kultur am gesamten Buttosozialprodukt seit 2004 um 0,5 Prozentpunkte gefallen. Und dabei ist der Kulturbegriff für die Bewertung sehr weit gefasst. Teile der Werbe-, Film- und Videoindustrie sowie Radio, Fernsehen und Print-Medien gehören dazu. An sechster Stelle folgen die darstellenden Künste und unabhängige Künstler.
Das kreative Potential der wachsenden Nation und ihr Interesse an Kreativität sinkt mit Sicherheit nicht. Es manifestiert sich aber offenbar ausserhalb des etablierten Kultursektors. Das wiederum ruft die Kulturkritiker auch aus der Politik auf den Plan. Die Ergebnisse der Erhebungen gefährden den privilegierten Steuerstatus der Kulturorganisationen einmal mehr. Die Kulturerziehung steht schon seit der vor einigen Jahren eingeführten STEM (Science, Technology, Engineering and Math) Bildungsinitiative hinten an.
Eine weitere Perspektive, die Lage der Kultur zu bewerten, ist auf ihre Wirtschaftskraft zu blicken. Nach einer gerade vorgestellten Analyse des National Endowment of the Arts, stellte die Kultur in den USA im Jahr 2011 mit $504 Millliarden 3,2% des US-Bruttosozialproduktes. Diese Zahl klingt riesig. Trotzdem ist der Beitrag der Kultur am gesamten Buttosozialprodukt seit 2004 um 0,5 Prozentpunkte gefallen. Und dabei ist der Kulturbegriff für die Bewertung sehr weit gefasst. Teile der Werbe-, Film- und Videoindustrie sowie Radio, Fernsehen und Print-Medien gehören dazu. An sechster Stelle folgen die darstellenden Künste und unabhängige Künstler.
Das kreative Potential der wachsenden Nation und ihr Interesse an Kreativität sinkt mit Sicherheit nicht. Es manifestiert sich aber offenbar ausserhalb des etablierten Kultursektors. Das wiederum ruft die Kulturkritiker auch aus der Politik auf den Plan. Die Ergebnisse der Erhebungen gefährden den privilegierten Steuerstatus der Kulturorganisationen einmal mehr. Die Kulturerziehung steht schon seit der vor einigen Jahren eingeführten STEM (Science, Technology, Engineering and Math) Bildungsinitiative hinten an.
Donnerstag, 31. März 2011
Der unternehmerische Kulturbetrieb
Autorin SOR, Erschienen im Newsletter "Kultur - Management - Politik", Raabe Verlag, März 2011Die Mehrzahl der Kulturinstitutionen in den USA werden als privatwirtschaftliche Unternehmen (charitable corporations, Non-profit Organisationen) unter dem geltenden Gesellschaftsrecht der jeweiligen Bundesstaaten gegründet. Der Begriff Non-profit bezieht sich auf einen Geschäftsbetrieb, in dem die Eigentümer per Gesetz nicht an den Gewinnen beteiligt werden. Non-profit ist nicht gleichbedeutend mit der Absicht, keinen Gewinn zu erzielen. Im Gegenteil, den unternehmerischen Aktivitäten von gemeinnützigen Institutionen sind kaum Grenzen gesetzt. Im Unterschied zu For-profit Unternehmen können die Gewinne nur nicht an die Gesellschafter, sondern ausschliesslich zur Ausführung des gemeinnützigen Zwecks verwendet werden. Die Liste der kommerziellen Aktivitäten von US-Kulturorganisationen ist lang: Museumsshops, Cafés, Restaurants, Reisen, Versicherungen, Vermietung, Verkauf von gebrauchten Autos, Bingo und Auktionen sind nur einige Beispiele. Während in Deutschland der Staat das beisteuert, was Kartenverkauf, Spenden und Sponsoring nicht abdecken können, sichern kommerzielle Aktivitäten oftmals das Überleben von US-Kulturorganisationen. Zum Vergleich: In den letzten 20 Jahren ist die staatliche Foerderung z.B. von Museen im Durchschnitt von 40% auf 20% des Gesamtbudgets gesunken. Die wichtigste staatliche Unterstützung für US-Kulturorganisationen ist die Befreiung von der Einkommens- und Grundstückssteuer. Non-profit ist ein Steuerstatus, kein Geschäftsmodell. Es ist Kulturorganisationen möglich, For-profit Unternehmen unter der Non-profit Dachorganisation zu gründen. Dort werden kommerzielle Tätigkeiten durchgeführt, die nicht dem gemeinnützigen Zweck entsprechen. Die Erträge daraus, sind nicht steuerbefreit und müssen für den Non-profit Zweck verwendet werden. Die Gemeinnützigkeit einer Organisation gerät erst dann in Gefahr, wenn mehr als 50% der Erträge aus For-profit Geschäften stammen. Interessanterweise stellt kaum einer in den USA den Steuerstatus von Kulturorganisationen aufgrund deren wachsenden kommerziellen Tätigkeiten in Frage. Eine Diskussion ergab sich im letzten Wahljahr, als in einigen Staaten Besucherzahlen diskutiert wurden. Im Durschnitt nehmen nur 6% der Bevölkerung an live Sinfoniekonzerten teil, Tendenz sinkend. Rechtfertigt das den Status der Gemeinnützigkeit und die damit einhergehenden Steuerbefreiungen für Orchester?
Montag, 7. Dezember 2009
Art Basel Miami
Als die Galeristen am Samstag neue Ware haengten, war es nicht wie im letzten Jahr die zweite Garnitur mit B-Preisen. Diesmal rueckte Ware nach, da tatsaechlich verkauft wurde. Besonders erfolgreich waren die Galeristen, welche mit kleinen Formaten angereist waren. Rote Punkte auf allem was unter $5,000 verkauft wurde. Und ein zweiter Trend liess sich beobachten: Noch nie war die klassische Moderne auf einer Messe fuer Zeitgenoessische Kunst so stark vertreten. Sammler und Galeristen gingen auf Nummer sicher. Auch in der Art Positions section, dem Bereich fuer junge Galeristen, diesmal in den raeumlichen Mittelpunkt gerueckt, fand sich wenig Halsbrecherisches. Marc Spiegler, Leiter der Art Basel Miami, hatte selbst zum Hoerer gegriffen, um die letzten Plaetze zu fuellen. Die grossen Parties fanden auch in diesem Jahr nicht statt. Aber es gab reichlich Grund zum Laecheln.
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