Montag, 16. Dezember 2013

Kultur als Wirtschaftsfaktor

Die Bedeutung von Kultur als Freizeitaktivität und Wirtschaftsfaktor nimmt in den USA kontinuierlich ab. Durch den 2013 Survey of Public Participation in theArts stellte der National Endowment of the Arts wieder einmal  fest, dass gerade die Teilnahme in den traditionellen Kultursparten (Oper, Orchester, Ballett, Theater und Museum) seit den 90er Jahren weiterhin dramatisch rückläufig ist. Insbesondere junge Leute bleiben Kulturveranstaltungen fern und füllen die Sitze der aussterbenden Gruppe der Abonnenten nicht wieder auf. Immigranten pflegen der Umfrage nach ihr eigenes Kulturgut. Lediglich dort sowie im Bereich Jazz, der im wesentlichen von Afro-Amerikanern besucht wird, lassen sich stabile Besucherzahlen ablesen.

Eine weitere Perspektive, die Lage der Kultur zu bewerten, ist auf ihre Wirtschaftskraft zu blicken. Nach einer gerade vorgestellten Analyse des National Endowment of the Arts, stellte die Kultur in den USA im Jahr 2011 mit $504 Millliarden 3,2% des US-Bruttosozialproduktes. Diese Zahl klingt riesig. Trotzdem ist der Beitrag der Kultur am gesamten Buttosozialprodukt seit 2004 um 0,5 Prozentpunkte gefallen. Und dabei ist der Kulturbegriff für die Bewertung sehr weit gefasst. Teile der Werbe-,  Film- und Videoindustrie sowie Radio, Fernsehen und Print-Medien gehören dazu. An sechster Stelle folgen die darstellenden Künste und unabhängige Künstler.

Das kreative Potential der wachsenden Nation und ihr Interesse an Kreativität sinkt mit Sicherheit nicht. Es manifestiert sich aber offenbar ausserhalb des etablierten Kultursektors. Das wiederum ruft die Kulturkritiker auch aus der Politik auf den Plan. Die Ergebnisse der Erhebungen gefährden den privilegierten Steuerstatus der Kulturorganisationen einmal mehr. Die Kulturerziehung steht schon seit der vor einigen Jahren eingeführten STEM (Science, Technology, Engineering and Math) Bildungsinitiative hinten an.

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