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Montag, 9. September 2013

Jeder Besucher zählt doppelt

Für amerikanische Opern gibt es keine Subventionen. Jeder Dollar, auch wenn er vom Staat kommt,  muss eingeworben werden. Den größten Teil des Kulturbudgets machen in der Regel Privatspenden aus. Deshalb zählt jeder Besucher doppelt, als Kartenkäufer und potentieller Spender. Und für Opernhäuser sowie auch alle anderen Kulturinstitutionen es ist wichtig, eine größtmögliche Zahl von Besuchern anzuziehen.
Wenn amerikanische Kulturmanager nach Europa schauen, dann auf die vielen künstlerisch-innovativen Produktionen, die sich Dank der staatlichen Subventionen auch für ein kleines Publikum auf die Bühne bringen lassen. Unser Kulturmanagement steht dabei weniger im Mittelpunkt der Betrachtungen.

Vor diesem Hintergrund erstaunt Peter Gelbs, General Manager der  Metropolitan Opera, offene Kritik an der Hochkultur weniger. Er wies darauf hin, dass die Oper kein spartanisches Erlebnis sein dürfte und man insbesondere neuen Zuschauern eine dekonstruierte Geschichte, die von der Originalfassung abweicht, nicht zumuten könne. Als Beispiel fügte er die „Planet-der-Affen“-artige Rigoletto-Inszenierung eines deutschen Hauses sowie die Düsseldorfer Tannhäuser-Produktion, in einer Gaskammer in Szene gesetzt, an.

Dass es sich amerikanische Opernhäuser nicht leisten können, auf Besucher zu verzichten, zeigt sich aktuell am Beispiel der New York City Opera. Nach einer großen finanziellen Krise, musste eine Saison abgesagt werden. Es gab in dieser Zeit keine Besucher und dramatisch weniger Spender. Dann ging es zwei Jahre gut. Jetzt fehlen wieder Millionen, die durch Fundraising eingeworben müssen. Und das ist ein Teufelskreis: Wenn das Geld fehlt, müssen Produktionen abgesagt werden. Es kommen weniger Besucher, weniger potentielle Spender sind im Spenderpool und es kommt noch weniger Geld.
Deutsche Opernhäuser ringen um Subventionen. Vielerorts wird versucht zusätzliche Gelder durch Sponsoring und auch Fundraising einzuwerben. Künstlerische Qualität wollen wir auf keinen Fall einbußen. In den USA gibt es eine andere Realität. Es zählt die Masse. Oder, wie Peter Gelb sagt: „Oper existiert nicht im Vakuum. Während das Experimentieren wichtig ist, müssen wir die breite Unterstützung der Öffentlichkeit haben... Es ist möglich, dass ein Werk Erfolg auf mehreren Ebenen hat und sowohl dem Kenner als auch dem Neuling zusagt  - wenn das Storytelling gut ist.“

Montag, 5. Dezember 2011

Dear Santa! An Arts Administrator's Wishlist

1. Dear Santa, please give me a program just like Walmart's Shopycat which scans the audiences social media likes and gives them concert and recording suggestions.

2. Dear Santa, please send me Alexander Wang and John Bock to design items for the Museum Store.

3. Dear Santa, give me the plushest and most comfortable seats for the auditorium.

Do you work in the creative industries? What are your wishes for your organization?

Montag, 7. September 2009

Oper sucht den Superstar

Sind Sie auch auf der Suche nach neuem Publikum fuer die Oper? Hier ist eine Idee aus Cincinnati:
Die Cincinnati Opera gab puenktlich zum Festival Auftakt im Juni die Suche nach dem "Opera Idol™" bekannt (in Anlehnung an die amerikanische TV-Talentshow "American Idol", Titel dieses Eintrags in Anlehnung an die deutsche Ausgabe "Deutschland sucht den Superstar"). Jeder, der sein Operntalent unter Beweis stellen wollte, war eingeladen, vor Juroren der Oper, dem Opernstudio der Hochschule und Musikkritikern vorzusingen. 160 Personen jeglichen Alters mit und ohne Gesangsschulung folgten dem Aufruf. Auf die Buehne kam alles was unterhaelt "Billie Jean" als Arie, patriotische Lieder und Wagner in feinstem Deutsch. Die 2.719 Sitze eines Musical Theaters waren fuer das Halbfinale restlos ausverkauft. Das Publikum bestimmte 6 Finalisten aus deren Mitte ueber 10.000 Internet Waehler die Siegerin kuerten. Margeret Russo, Mutter aus einem Vorort von Cincinnati und Texterin eines Marketing Bueros, freut sich ueber einen bezahlten Gast-Auftritt in der naechsten Saison. Eine Kostprobe gab's schon in diesem Jahr als die Saengerin vor dem Saison Finale im ausverkauften Konzersaal eine Arie anstimmen durfte. Das ueberraschte Publikum freute sich mit der Saengerin. Ein bisschen "Paul Pott Romantik", viel lokale und nationale Presse, eine ausverkauftes Haus und tausende Fans zauberten auch ein Laecheln auf die Gesichter der Veranstaler.