Die enorme Transparenz der finanziellen Details, vor allen Dingen auch von Gehältern, mag deutschen Kulturinstitutionen etwas befremdlich erscheinen – ist für amerikanische Kulturbetriebe, die um private Spenden konkurrieren müssen, aber unerlässlich.
Dienstag, 2. Oktober 2018
Transparenz im amerikanischen Kulturbetrieb
Finanzielle Transparenz ist im
amerikanischen Kulturbetrieb von großer Wichtigkeit, möchten die Spender, die
den Großteil des Kulturbudgets finanzieren, doch genau wissen, wie mit ihrem Geld umgegangen wird. Not-for-Profit, das ist ein Steuerstatus, kein ethisches Gütesiegel Es gibt sehr
wenige öffentliche Kulturinstitutionen in den USA, die Mehrheit ist privat. Wer
also wacht darüber? Das Vereins- bzw. Stiftungswesen ist mit dem deutschen im
wesentlichen vergleichbar. Es gibt also Vorstand und verschiedene Organe die
rechenschaftspflichtig bzw. haftbar sind. Das Formular 990 ("Return of
Organization Exempt From Income Tax"), das Aufschluss über die Finanzen
gibt (inkl.
der höchsten Gehälter und Fundraisingkosten), ist öffentlich zugänglich. Verschiedene sogenannte Watchdog Organizations
haben es sich zur Aufgabe gemacht, diese Formulare im Internet zur Verfügung zu
stellen. Ebenso überwachen sie auch die Aktivitäten von gemeinnützigen
Kulturorganisationen kritisch und informieren die Öffentlichkeit, wenn sie
Maßnahmen entdecken, die dem öffentlichen Interesse zuwiderlaufen. Detaillierte
Berichte über die einzelnen Aktivitäten der Organisationen finden sich meist im
Jahresbericht, der u.a. auf der Internetseite der Organisationen zu finden ist,
sowie in Berichten der Förderer und Sponsoren. Die Berichte lesen sich immer
besonders schön und selbst dem geübten Blick auf das Formular 990 bleiben tatsächliche
finanzielle Aufwände und Zusammenhänge verborgen. Kulturmanagement Berater Drew
McManus gibt jährlich Einblick in die Vergütungstrends von Orchestern, indem er
nach Durchsicht der Formulare die Vergütungen von Musikdirektoren, Management
und Konzertmeistern publiziert. Untereinander gehen die Institutionen
erstaunlich offen miteinander um. Die League of American Orchestras,
Interessensverband der Amerikanischen
Orchester, der ca. 800 Orchester vertritt, führt die Orchester geordnet nach
Budget und Abteilung im monatlichen Telefonaustausch zusammen. Daran nehmen z.B. alle
Marketingdirektoren teil und tauschen
sich über ihre aktuellen Abozahlen, Besucherbindungsmaßnahmen, Preisnachlässe
usw. aus. Das gleiche Angebot gibt es für CEOs, sowie für Führungskräfte im Fundraising
und Betriebsbüro.
Die enorme Transparenz der finanziellen Details, vor allen Dingen auch von Gehältern, mag deutschen Kulturinstitutionen etwas befremdlich erscheinen – ist für amerikanische Kulturbetriebe, die um private Spenden konkurrieren müssen, aber unerlässlich.
Die enorme Transparenz der finanziellen Details, vor allen Dingen auch von Gehältern, mag deutschen Kulturinstitutionen etwas befremdlich erscheinen – ist für amerikanische Kulturbetriebe, die um private Spenden konkurrieren müssen, aber unerlässlich.
Samstag, 11. August 2018
Best Practice: Diversity in Arts Leadership
Auf der letzten Kulturmanagement Verbandstagung im Januar
2018 in Hamburg wurde am Rande eines Vortrags von Prof. Dr. Birgit Mandel auch
das Thema Vielfalt unter Kulturmanagern thematisiert. Beklagt wurde eine aktuell
zu homogene Gruppe, die Gründe für die Homogenität scheinen vielfältig zu sein.
Wenn ich auf meine eigene Studienzeit, meine Kulturmanagement-Praxis in
Deutschland und meine aktuellen StudentInnen blicke, stimme ich zu: die
KollegInnen kommen vornehmlich aus dem Bildungsbürgertum und Akademikerfamilien,
ihre Hautfarbe ist überwiegend weiß und sie können es sich irgendwie leisten, nicht
besonders gut bezahlte Jobs mit oftmals befristeten Verträgen auszuüben. Kultur
braucht aber dringend Vielfalt auch im Management, um im Deutschland des 21.
Jahrhunderts relevant zu bleiben.
Inspirierend scheint mir hier ein Blick über den Ozean in die USA. Die Herausforderung, die erst langsam bei uns erkannt wird, ist dort schon seit Jahrzehnten bekannt. Deshalb hat der Arts & Business Council (Kulturbehörde) der Stadt New York vor 25 Jahren ein Kulturmanagement Praktikumsprogramm für StudentInnen von unterrepräsentierter Herkunft ins Leben gerufen. Trotzdem gibt es weiterhin eine Lücke zwischen größerer Vielfalt bei Einstiegs-Positionen und wenig Vielfalt bei Management-Positionen. Um diese Lücke weiter zu schließen, hat der New York Arts and Business Council dieses Jahr ein Pilot-Programm durchgeführt, das sich an Kulturmanager mit 5-10 Jahren Berufserfahrung richtet. Dazu gehört Mentoring auf Führungsebene, interaktive Expertenpanels und das Gestalten von relevanten Kulturprogrammen. Bei diesem Programm geht es nicht nur darum, Beförderung in Führungspositionen zu ermöglichen; es ist eine bewusste Investition und Erforschung der Langlebigkeit, Inklusion und Bindung einer zunehmend diversen Führung in der Kultur. Das Programm basiert auf viel Forschung und Recherche, wurde von Kulturinstitutionen und Kulturmanagern gemeinsam entwickelt und wird grosszügig durch eine Stiftung finanziert.
Hier in Deutschland könnte der Kulturmanagement Fachverband bei der Behandlung des Themas eine Führungsrolle übernehmen und Konzepte, Empfehlungen und Lösungswege für die Problematik erarbeiten.
Inspirierend scheint mir hier ein Blick über den Ozean in die USA. Die Herausforderung, die erst langsam bei uns erkannt wird, ist dort schon seit Jahrzehnten bekannt. Deshalb hat der Arts & Business Council (Kulturbehörde) der Stadt New York vor 25 Jahren ein Kulturmanagement Praktikumsprogramm für StudentInnen von unterrepräsentierter Herkunft ins Leben gerufen. Trotzdem gibt es weiterhin eine Lücke zwischen größerer Vielfalt bei Einstiegs-Positionen und wenig Vielfalt bei Management-Positionen. Um diese Lücke weiter zu schließen, hat der New York Arts and Business Council dieses Jahr ein Pilot-Programm durchgeführt, das sich an Kulturmanager mit 5-10 Jahren Berufserfahrung richtet. Dazu gehört Mentoring auf Führungsebene, interaktive Expertenpanels und das Gestalten von relevanten Kulturprogrammen. Bei diesem Programm geht es nicht nur darum, Beförderung in Führungspositionen zu ermöglichen; es ist eine bewusste Investition und Erforschung der Langlebigkeit, Inklusion und Bindung einer zunehmend diversen Führung in der Kultur. Das Programm basiert auf viel Forschung und Recherche, wurde von Kulturinstitutionen und Kulturmanagern gemeinsam entwickelt und wird grosszügig durch eine Stiftung finanziert.
Hier in Deutschland könnte der Kulturmanagement Fachverband bei der Behandlung des Themas eine Führungsrolle übernehmen und Konzepte, Empfehlungen und Lösungswege für die Problematik erarbeiten.
Dienstag, 31. Juli 2018
Aus der amerikanischen Wirtschaft in den deutschen Kulturbetrieb: Sharing Economy
Sharing Economy, präziser durch die Begriffe
Collaborative Consumption oder Access Economy benannt, beschreibt ein
Umlaufsystem für Ressourcen. Zugangsökonomie als Phänomen
ist ein Bündel wirtschaftlicher Vereinbarungen, bei denen die Teilnehmer den
Zugang zu Produkten oder Dienstleistungen vergemeinschaften und nicht zu
Privateigentum umwandeln. Unternehmen wie Uber, Airbnb und Streaming Dienste
mit geteilten Passwörten beruhen auf diesem Konzept. Wirtschaftlich
unterschiedlich erfolgreich aber auf der ganzen Welt populär, hat dieses
Wirtschaftsmodell insbesondere den Lifestyle der jüngeren Generation geprägt. Millennials
schätzen Effizienz, Unmittelbarkeit, Transparenz, Praktikabilität, Verbindung
und Kontrolle. Shared Economy Angebote erfüllen diese Bedürfnisse und bieten
einen erschwinglichen Zugang zu einem Lebensstil, mit Autos, Traumreisen und
lifestyle Produkten.
Millennials sind mehr als die vorhergehenden Generationen auf Werteversprechen eingestimmt. Es geht nicht so sehr darum, wo Ihr Produkt in die Sharing Economy passt, sondern vielmehr darum, ein Produkt zu entwickeln und zu vermarkten, das im Einklang mit den Millennial-Werten steht. Das geteilte Abo könnte ein Einstieg sein.
Was kann das für
Kulturinstitutionen bedeuten? Das Abonnement ist für viele Kulturinstitutionen
immer noch das wichtigste Produkt und Millennials haben nachweislich
Bindungsprobleme, was auch dazu führt, dass Abonnements in dieser Zielgruppe
nur begrenzt Absatz finden. Ein geteiltes Abo könnte die Antwort auf diese
Problemstellung sein. Natürlich gibt es bereits Probe- und Wahlabos aber ein
geteiltes Abo ist eine Antwort auf den Lebensstil der Millennials. Die Vorteile
im Kulturbetrieb sind, dass es das Produkt bereits gibt. Es handelt sich also
mehr um eine Marketingmassnahme, als um die, unter Umständen mit Investitionen
und Risiken verbundene, Kreation einen neuen Produktes. Ein sonst
unerschwingliches Premierenabo wird von mehreren Kunden geteilt. Der
Premierenbesuch, beste Plätze, beliebte Aufführungen gibt es oft nur für
Abo-Großkunden, aber durch Shared Economy wird er erschwinglich für viele
Kunden, vor allen Dingen auch für Millennials. Der Mehrwert für die
Kulturinstitutionen liegt in vielen Kontakten, neuen Abonnenten und Planungssicherheit
Aboverkauf.
Millennials sind mehr als die vorhergehenden Generationen auf Werteversprechen eingestimmt. Es geht nicht so sehr darum, wo Ihr Produkt in die Sharing Economy passt, sondern vielmehr darum, ein Produkt zu entwickeln und zu vermarkten, das im Einklang mit den Millennial-Werten steht. Das geteilte Abo könnte ein Einstieg sein.
Mittwoch, 4. Juli 2018
Der perfekte Vorstand
Zu den Führungsaufgaben eines gemeinnützigen Vorstands
gehörten in den USA Anfang des Jahrtausends das Fundraising, die Auswahl der
Geschäftsführerung und die übergeordnete Organisationssteuerung. Die Besetzung des Vorstands folgte auch in
Deutschland einfachen Regeln: Ein Anwalt, ein Steuerberater, vielleicht noch
ein Künstler.
Längst aber haben sich die organisatorischen und vor allem gesellschaftlichen Anforderungen geändert: Vorstandsmitglieder sollen nicht nur ihr professionells Fachwissen zur Verfügung stellen, sondern auch die Interessen ihrer Organisation gegenüber der Politik vertreten, talentierte Mitarbeiter rekrutieren und bei steigender Nachfrage der Geldgeber achtsamer verwalten und optimale Leistung sicher stellen. Es sollen mehr Frauen und Minderheiten vertreten sein, um Repräsentanz, Relevanz, Teilhabe und Fundraising Möglichkeiten zu sichern.
Dieses hohe Arbeitsniveau eines im Non-Profit Bereich ehrenamtlichen Vorstandes zu erreichen, erfordert Zeit. Dabei kämpfen viele Vorstände mit den Grundlagen wie der Rekrutierung der richtigen Mitglieder und der effektiven Durchführung von Meetings. In der Praxis erinnern viele Vorstandstreffen oft eher an Konferenzen.
Also geht es darum, erst einmal Grundlagen zu schaffen: eine klare Vision, Anforderungen an die Vorstandsmitglieder und effektive Prozesse zu definieren. So kann vermieden werden, viel Zeit und Energie mit Grundsätzen zu verschwenden. Das erleichtert dem Vorstand die anspruchsvolle Arbeit echte Leistungs- und Management Aufsicht zu übernehmen und die Prioritäten des Vorstands und der Organisation zu setzen. Der Schlüssel zum Erfolg ist, den richtigen Fokus zu finden.
Wie schwer es ist, alle Prioritäten umzusetzen, zeigt die Wahl des neuen Direktors für das Metropolitan Museum in New York. Der wirklich fast perfekte Vorstand des Museums benötigte über ein Jahr für die Suche und überraschte dann mit Wahl von Hans Hollein. Hans Hollein kann fundraisen, eine für Europäer nicht selbstverständliche Kompetenz, er schafft es, die Brücke zwischen Kunst und Technologie zu schlagen und er kuratiert Ausstellungen mit globaler Perspektive. Aber er ist, wie alle seine Vorgänger, männlich und weiss. Der Vorstand hat Kernkompetenzen definiert, die das Überleben des Museums sichern. Bedauerlicherweise konnte ein Zeichen für Diversität diesmal noch nicht gesetzt werden.
Längst aber haben sich die organisatorischen und vor allem gesellschaftlichen Anforderungen geändert: Vorstandsmitglieder sollen nicht nur ihr professionells Fachwissen zur Verfügung stellen, sondern auch die Interessen ihrer Organisation gegenüber der Politik vertreten, talentierte Mitarbeiter rekrutieren und bei steigender Nachfrage der Geldgeber achtsamer verwalten und optimale Leistung sicher stellen. Es sollen mehr Frauen und Minderheiten vertreten sein, um Repräsentanz, Relevanz, Teilhabe und Fundraising Möglichkeiten zu sichern.
Dieses hohe Arbeitsniveau eines im Non-Profit Bereich ehrenamtlichen Vorstandes zu erreichen, erfordert Zeit. Dabei kämpfen viele Vorstände mit den Grundlagen wie der Rekrutierung der richtigen Mitglieder und der effektiven Durchführung von Meetings. In der Praxis erinnern viele Vorstandstreffen oft eher an Konferenzen.
Also geht es darum, erst einmal Grundlagen zu schaffen: eine klare Vision, Anforderungen an die Vorstandsmitglieder und effektive Prozesse zu definieren. So kann vermieden werden, viel Zeit und Energie mit Grundsätzen zu verschwenden. Das erleichtert dem Vorstand die anspruchsvolle Arbeit echte Leistungs- und Management Aufsicht zu übernehmen und die Prioritäten des Vorstands und der Organisation zu setzen. Der Schlüssel zum Erfolg ist, den richtigen Fokus zu finden.
Wie schwer es ist, alle Prioritäten umzusetzen, zeigt die Wahl des neuen Direktors für das Metropolitan Museum in New York. Der wirklich fast perfekte Vorstand des Museums benötigte über ein Jahr für die Suche und überraschte dann mit Wahl von Hans Hollein. Hans Hollein kann fundraisen, eine für Europäer nicht selbstverständliche Kompetenz, er schafft es, die Brücke zwischen Kunst und Technologie zu schlagen und er kuratiert Ausstellungen mit globaler Perspektive. Aber er ist, wie alle seine Vorgänger, männlich und weiss. Der Vorstand hat Kernkompetenzen definiert, die das Überleben des Museums sichern. Bedauerlicherweise konnte ein Zeichen für Diversität diesmal noch nicht gesetzt werden.
Montag, 12. März 2018
Virtual Reality im Kulturbetrieb
Ist Virtual Reality (VR)
wirklich die bewusstseinsverändernde, bahnbrechende Technologie, wie vielerorts
behauptet wird? Und wenn ja, wie können Kulturinstitutionen diese Art von
Angebot für sich nutzen?
Wir sehen Zeichen von Hype (und Angst gleichermassen) auf Gaming Messen, Filmfestivals und Medienspektakeln: Lange Menschenschlangen, die ein Headset probieren um in eine computergenerierte Welt transportiert zu werden.
Von Hollywood aus über den Broadway fand das VR Headset auch Anwendung im Theaterbetrieb. Am National Theatre in London entstand ein Virtual Reality Studio für neue Theaterprojekte mit dem Ziel, dass neue Technologie und immersive Filmstile "Pioniere des dramatischen Storytellings" werden. So enstand beispielsweise ein Theaterstück, in dem jeweils nur ein Besucher mit Hilfe eines Headsets von Schauspielern durch eine virtuelle Realität geleitet wird. Eine persönliche Ansprache und plötzliche Berührung des Schauspielers sorgte bei den Teilnehmern für höchste Emotionalität. Aber wie oft lässt sich ein Theaterstück für nur einen Besucher durchführen? Aufwand und Ertrag stehen hier in einem nicht-traditionellem Verhältnis zueinander.
Ein VR Projekt kostet Zeit, Geld und bedarf viel Expertise. Viele Kulturinstitutionen sind bereits mit der Social Media Management und anderen Digitalisierungsprojekten überfordert. Sollte man sich da diesem Hype anschliessen? Die Antwort kann sein, VR dort einzusetzen, wo damit Probleme gelöst werden können. Ein neues Angebot als Antwort auf eine Problemstellung, eine klassische Marketingantwort. VR im Museum könnte zum Beispiel genutzt werden, um sich einmal 3D in einem Gemälde bewegen zu können. Oder um einmal mitten im Orchester auf der Bühne sitzen zu können.
Das Engagement von Kulturinstitutionen im Bereich VR ist durchaus wünschenswert. Noch fehlt es vor allem an Inhalten für diese neue Technologie. Das kann für die Kulturinstitutionen allerdings auch von großem Nutzen sein: Durch kunstvolle Inhalte und Geschichten, können sie mitgestalten, wie die Nutzer in ein neues Medium eingeführt werden.
Wir sehen Zeichen von Hype (und Angst gleichermassen) auf Gaming Messen, Filmfestivals und Medienspektakeln: Lange Menschenschlangen, die ein Headset probieren um in eine computergenerierte Welt transportiert zu werden.
Von Hollywood aus über den Broadway fand das VR Headset auch Anwendung im Theaterbetrieb. Am National Theatre in London entstand ein Virtual Reality Studio für neue Theaterprojekte mit dem Ziel, dass neue Technologie und immersive Filmstile "Pioniere des dramatischen Storytellings" werden. So enstand beispielsweise ein Theaterstück, in dem jeweils nur ein Besucher mit Hilfe eines Headsets von Schauspielern durch eine virtuelle Realität geleitet wird. Eine persönliche Ansprache und plötzliche Berührung des Schauspielers sorgte bei den Teilnehmern für höchste Emotionalität. Aber wie oft lässt sich ein Theaterstück für nur einen Besucher durchführen? Aufwand und Ertrag stehen hier in einem nicht-traditionellem Verhältnis zueinander.
Ein VR Projekt kostet Zeit, Geld und bedarf viel Expertise. Viele Kulturinstitutionen sind bereits mit der Social Media Management und anderen Digitalisierungsprojekten überfordert. Sollte man sich da diesem Hype anschliessen? Die Antwort kann sein, VR dort einzusetzen, wo damit Probleme gelöst werden können. Ein neues Angebot als Antwort auf eine Problemstellung, eine klassische Marketingantwort. VR im Museum könnte zum Beispiel genutzt werden, um sich einmal 3D in einem Gemälde bewegen zu können. Oder um einmal mitten im Orchester auf der Bühne sitzen zu können.
Das Engagement von Kulturinstitutionen im Bereich VR ist durchaus wünschenswert. Noch fehlt es vor allem an Inhalten für diese neue Technologie. Das kann für die Kulturinstitutionen allerdings auch von großem Nutzen sein: Durch kunstvolle Inhalte und Geschichten, können sie mitgestalten, wie die Nutzer in ein neues Medium eingeführt werden.
Sonntag, 11. Februar 2018
Megatrends Migration, Globalisierung und Digitalisierung. Antworten von Kulturmanagern unterschiedlicher Generationen
Vor kurzem stellte Prof. Dr.
Birgit Mandel auf der Jahrestagung des Kulturmanagement Fachverbandes in
Hamburg einige interessante Erkenntnisse vor, die sie mit ihren Studenten an der
Universität Hildesheim im Rahmen einer kleinen Studie gefunden hatte. Unter dem
Titel "Generation Golf und Generation Y - neue Ziele und neue Stile im
Cultural Leadership" wurde u.a. untersucht, wie unterschiedliche
Generation, nämlich die sog. Baby Boomer im Vergleich zu den jüngeren
Generationen X und Y auf Megatrends reagieren. Migration, Globalisation und
Digitalisierung, welche Antworten finden die Kulturmanager unterschiedlicher
Generationen jeweils? Kulturelle Bildung und Audience Development sind die
Maßnahmen mit denen Kulturmanager der Baby Boomer Generation reagieren, Inklusivität
und Diversität sind die Stichworte der jüngeren Gerenationen. Leitgedanke bei
der Umsetzung sind für die ältere Generation die Erhaltung der künstlerischen
Qualität, während die Jüngeren soziale, gesellschaftliche und politische Ziele
sowie Relevanz für die Gegenwart als richtungsweisend für ihre Arbeit erachten.
Zentrale Maßnahme von Kulturmanagern der Baby Boomer Generation ist neues
Publikum zu schaffen, während der Ansatz von jüngeren Kulturmanagern ist, neue
Programme zu gestalten.
Seit Generationen geht es also darum, den Zugang zur Kultur zu gestalten.
Darauf gibt jede Generation unterschiedliche Antworten geprägt insbesondere von
politischen Rahmenbedingungen. Kulturelle Bildung als Antwort auf Hilmar
Hoffmanns Forderung "Kultur für alle!" in den Siebziger Jahren.
Inklusion und Diversität als Antwort auf Migration in dieser Zeit. Neu ist,
dass die jüngere Generation bereit ist, die heilige Kuh zu schlachten und sich
an neue Programme traut, die etwa digitale Inhalte auf die Konzertbühne bringt
oder das mit-Kuratieren (Partizipation) von Ausstellungen erlaubt. Die ältere
Generation im Elfenbeinturm hält den Atem an. Dieser Generationsunterschied
wird nach meinem Eindruck nicht allein von Kulturmanagern sondern auch
Künstlern, Förderern und Publikum ausgetragen. Dies gilt, wie von Prof. Mandel
dargestellt für Deutschland, diese Diskussionen sind mir aber genauso aus dem
Kulturmanagement Alltag in den USA bekannt. Und weil u.a. die Große Rezession
und die vom Silicon Valley ausgehende Digitalisierung dort alles ein bisschen
früher und heftiger als in Deutschland in Gang setzten, sind viele Maßnahmen
zum Thema Relevanz, Inklusion und Diversität dort bereits auf politischer Ebene
ausgearbeitet worden und vielfach umgesetzt worden. Es lohnt also ein Blick
über den Ozean und welche Agenda von den Kulturlobbyisten von Americans for the
Arts und den Fachverbänden formuliert wurde und propagiert wird.
Mittwoch, 10. Januar 2018
Trendthema: Kulturelle Gerechtigkeit
„Kulturelle Gerechtigkeit
verkörpert die Werte, Richtlinien und Praktiken, die sicherstellen, dass alle
Menschen - einschließlich, aber nicht beschränkt auf diejenigen, die aufgrund
von Rasse / ethnischer Zugehörigkeit, Alter, Behinderung, sexueller Orientierung,
Geschlecht, Geschlechtsidentität, sozioökonomischem Status, Geographie,
Staatsbürgerschaftsstatus oder Religion - in der Entwicklung der Kulturpolitik
vertreten sind; die Unterstützung von Künstlern; die Pflege zugänglicher,
blühender Orte kulturellen Ausdrucks; und die gerechte Verteilung von
Programm-, Finanz- und Informationsressourcen.“ Americans for the Arts
Das Thema Diversity (Vielfalt), das jahrelang von den Kulturinstitutionen in den USA stiefmütterlich behandelt wurde, wird durch eine neue Debatte über kulturelle Gerechtigkeit erweitert. Vielfalt war ein Thema, dessen Behandlung insbesondere von Stiftungen eingefordert wurde. Dabei ging es vor allem darum, verschiedene Minderheiten als Besucher nachzuweisen. Kulturelle Gerechtigkeit hinterfragt, ob der Zugang und die Teilnahme in Kulturinstitutionen sozial gerecht sind. Es ist insbesondere ein Thema, das junge amerikanischen Kulturmanager beschäftigt. Die Diskussion um kulturelle Gerechtigkeit scheint inzwischen aus den Kulturinstitutionen selbst heraus zu kommen, alles vor einem Hintergrund, in dem gesellschaftliche Debatten wie „white privilege“ und „#metoo“ gegen Diskriminierung geführt werden. Die weiße Mittel- und Oberschicht, die traditionell die Stammkunden und –Spender der etablierten Kulturinstitutionen ausmacht, wird kleiner. Um den zunehmend jüngeren Amerikanern und der zunehmenden ethnischen (=kulturellen) Vielfalt zu begegnen, reicht es nicht, bestehende Programme oberflächlich umzugestalten. Es bedarf neuer, authentischer Inhalte, die für diese Zielgruppen geschaffen werden. Es erfordert eine Anerkennung von Kunst jenseits der etablierten Kriterien der sog. Hochkultur.
Die Kulturlobbyisten von Americans for the Arts listen 33 Fragen auf, wie Kulturinstitutionen einen gerechteren Zugang zu ihrem Angebot gestalten können. Dabei geht es um die Bereiche Sprache, Unternehmenskultur, Lernen und Design: Welches Leseniveau müssen Besucher beherrschen, um Texte, Internetseite und Werbung verstehen zu können? Was, wenn Sprache keine Barriere zwischen Künstler und Publikum wäre? Ist soziale Gerechtigkeit eine Priorität, auch wenn sich damit keine kurzfristigen Gewinne (Kartenverkauf) erzielen lassen? Gibt es Fortbildungen zum Thema Ungerechtigkeit? Sind die Toiletten so beschildert, dass Besucher den Bereich aufsuchen können, der am besten mit ihrer Geschlechtsidentität übereinstimmt? Für Kulturschaffende und Kulturmanager die ein Arbeiten im Elfenbeinturm gewohnt sind, sind dies ungewohnte Aufgabenstellungen. Dabei geht es in den Anworten um mehr als soziale Gerechtigkeit: Es geht darum, in einer Welt zunehmender kultureller Vielfalt Relevanz zu bewahren.
Das Thema Diversity (Vielfalt), das jahrelang von den Kulturinstitutionen in den USA stiefmütterlich behandelt wurde, wird durch eine neue Debatte über kulturelle Gerechtigkeit erweitert. Vielfalt war ein Thema, dessen Behandlung insbesondere von Stiftungen eingefordert wurde. Dabei ging es vor allem darum, verschiedene Minderheiten als Besucher nachzuweisen. Kulturelle Gerechtigkeit hinterfragt, ob der Zugang und die Teilnahme in Kulturinstitutionen sozial gerecht sind. Es ist insbesondere ein Thema, das junge amerikanischen Kulturmanager beschäftigt. Die Diskussion um kulturelle Gerechtigkeit scheint inzwischen aus den Kulturinstitutionen selbst heraus zu kommen, alles vor einem Hintergrund, in dem gesellschaftliche Debatten wie „white privilege“ und „#metoo“ gegen Diskriminierung geführt werden. Die weiße Mittel- und Oberschicht, die traditionell die Stammkunden und –Spender der etablierten Kulturinstitutionen ausmacht, wird kleiner. Um den zunehmend jüngeren Amerikanern und der zunehmenden ethnischen (=kulturellen) Vielfalt zu begegnen, reicht es nicht, bestehende Programme oberflächlich umzugestalten. Es bedarf neuer, authentischer Inhalte, die für diese Zielgruppen geschaffen werden. Es erfordert eine Anerkennung von Kunst jenseits der etablierten Kriterien der sog. Hochkultur.
Die Kulturlobbyisten von Americans for the Arts listen 33 Fragen auf, wie Kulturinstitutionen einen gerechteren Zugang zu ihrem Angebot gestalten können. Dabei geht es um die Bereiche Sprache, Unternehmenskultur, Lernen und Design: Welches Leseniveau müssen Besucher beherrschen, um Texte, Internetseite und Werbung verstehen zu können? Was, wenn Sprache keine Barriere zwischen Künstler und Publikum wäre? Ist soziale Gerechtigkeit eine Priorität, auch wenn sich damit keine kurzfristigen Gewinne (Kartenverkauf) erzielen lassen? Gibt es Fortbildungen zum Thema Ungerechtigkeit? Sind die Toiletten so beschildert, dass Besucher den Bereich aufsuchen können, der am besten mit ihrer Geschlechtsidentität übereinstimmt? Für Kulturschaffende und Kulturmanager die ein Arbeiten im Elfenbeinturm gewohnt sind, sind dies ungewohnte Aufgabenstellungen. Dabei geht es in den Anworten um mehr als soziale Gerechtigkeit: Es geht darum, in einer Welt zunehmender kultureller Vielfalt Relevanz zu bewahren.
Montag, 20. November 2017
Die Validierung der Demokratie der Künste: Eine Debatte zur Qualität von Künstlern und Kultur
Die Frage, wer Qualität in der Kultur beurteilen darf,
ist auch in den USA keine abstrakte, intellektuelle Debatte, sondern ein Machtkampf mit emotionalen, sozialen und finanziellen
Konsequenzen für die Beteiligten, die sich für die Arbeit in der Hoch-
oder Subkultur entscheiden. Die Kriterien für Exzellenz in der Kunst
unterliegen seit langem der Deutungshoheit von Experten, die meist herablassend
auf die Subkultur, sog. community-based projects und programs for social
change, blicken. Diese Experten verteidigen ein ”Kunst um ihrer selbst
willen"-Paradigma. Allerdings verliert diese Definition die Verbindung mit
der überwiegenden Mehrheit der Menschen, die auf dem Land leben und reflektiert
auch nicht das breite Spektrum von Künsten, die hier geschaffen werden sowie die
vielfältigen Gründe, warum die Menschen Kunst schaffen. Unter dem Titel Aesthetic
Perspectives wurden von Künstlern, Kultur-Lobbyisten und Förderern 11
Exzellenz-Attribute entwickelt, die die Qualität von Kunst und Kultur für den
sozialen und gesellschaftlichen Wandel beurteilen: Störfaktor, Engagement, kommunale
Bedeutung, kulturelle Integrität, Risikobereitschaft, emotionales
Erlebnis, Sinneserfahrung, Aufgeschlossenheit,
Kohärenz,
Einfallsreichtum und Nachhaltigkeit. Diese Attribute sollen Künstlern und Öffentlichkeit eine
neue Wahrnehmung von Kunst jenseits der etablierten Kriterien ermöglichen. Ausserhalb des Aktions- und Ausstellungsraums sind diese Attribute
hilfreich, wenn es z.B. auch um öffentliche Kommunikation, das Erstellen und
Bewerten von Förderanträgen sowie um die Relevanz der Kunst für die gesamte
Gesellschaft geht.
Freitag, 28. Juli 2017
Best Practice: Pay It Forward am Columbia Center for the Arts
Photo credit: SCO City News
Das Prinzip von Pay it Forward ist einfach und existiert in schriftlicher Form bereits in einer Neuen Komödie der Antike. Ralph Waldo Emerson beschreibt es in seinem Aufsatz Compensation von 1841 besonders schön: „In the order of nature we cannot render benefits to those from whom we receive them, or only seldom. But the benefit we receive must be rendered again, line for line, deed for deed, cent for cent, to somebody. ” Oder um es in den Worten Lily Hardy Hammonds von 1916 auf den Punkt zu bringen: „You don't pay love back; you pay it forward.”
Das Prinzip ist bereits institutionalisiert, es gibt die Pay it Forward Movement and Foundation in den USA und den Pay it Forward Tag in Australien. Im Alltag heisst das z.B., dass man beim Starbucks drive-through einen Kaffee umsonst bekommt, weil der Kunde vor einem, den Kaffee bereits mitbezahlt hat. Ein super Gefühl!
Das Columbia Center for the Arts hat das Prinzip in ein Buy a Stranger a Ticket Programm überführt. Besucher, die online Karten kaufen, können den Buy a Stranger a Ticket button drücken, und weitere Tickets kaufen. Über Partnerinstitutionen werden die Tickets dann an Interessenten weiter gegeben. Wie ich finde, eine schöne Geste, mit der man seine Begeisterung für Kultur teilen kann.
Pay it Forward ist genauso wie Pay What You Want eine Marketingaktion. Aus Marketingperspektive wäre der Zeitraum für eine Pay It Forward Aktion ideal in der Weihnachtszeit, wenn Themen wie Schenken und Spenden in der Bevölkerung besonders präsent sind. „Wir lieben die Synergie des gesamten Pozesses und die Freude, so viele Leute an den darstellenden Künsten teilhaben zu lassen”, sagt Kristyn Fix, Eventmanagerin des Columbia Center for the Arts.
Das Prinzip von Pay it Forward ist einfach und existiert in schriftlicher Form bereits in einer Neuen Komödie der Antike. Ralph Waldo Emerson beschreibt es in seinem Aufsatz Compensation von 1841 besonders schön: „In the order of nature we cannot render benefits to those from whom we receive them, or only seldom. But the benefit we receive must be rendered again, line for line, deed for deed, cent for cent, to somebody. ” Oder um es in den Worten Lily Hardy Hammonds von 1916 auf den Punkt zu bringen: „You don't pay love back; you pay it forward.”
Das Prinzip ist bereits institutionalisiert, es gibt die Pay it Forward Movement and Foundation in den USA und den Pay it Forward Tag in Australien. Im Alltag heisst das z.B., dass man beim Starbucks drive-through einen Kaffee umsonst bekommt, weil der Kunde vor einem, den Kaffee bereits mitbezahlt hat. Ein super Gefühl!
Das Columbia Center for the Arts hat das Prinzip in ein Buy a Stranger a Ticket Programm überführt. Besucher, die online Karten kaufen, können den Buy a Stranger a Ticket button drücken, und weitere Tickets kaufen. Über Partnerinstitutionen werden die Tickets dann an Interessenten weiter gegeben. Wie ich finde, eine schöne Geste, mit der man seine Begeisterung für Kultur teilen kann.
Pay it Forward ist genauso wie Pay What You Want eine Marketingaktion. Aus Marketingperspektive wäre der Zeitraum für eine Pay It Forward Aktion ideal in der Weihnachtszeit, wenn Themen wie Schenken und Spenden in der Bevölkerung besonders präsent sind. „Wir lieben die Synergie des gesamten Pozesses und die Freude, so viele Leute an den darstellenden Künsten teilhaben zu lassen”, sagt Kristyn Fix, Eventmanagerin des Columbia Center for the Arts.
Dienstag, 25. Juli 2017
Trendthema: Vielfalt, Gerechtigkeit, Zugang und Inklusion im Kultur-Alltag
“Gateways for Understanding: Diversity, Equity,
Accessibility, and Inclusion in Museums.” lautete das Leitthema der
diesjährigen Jahrestagung der American Alliance of Museums. Hinter diesem
Themenkomplex stehen Bemühungen, Menschen, die typischerweise im Museum
unterrepräsentiert sind, den Zugang zum Museum zu erleichtern. Wie werden diese
Begriffe in Amerika interpretiert und wie sieht es mit der Umsetzung im Alltag
aus?
Diversity – Vielfalt. Mit einer Diversity-Initiative werden alle Ansätze zusammengefasst, Minderheiten für das Museum zu interessieren und sie im Museum zu integrieren. Minderheiten, das sind in dieser Interpretation unterrepräsentierte Bevölkerungsgruppen (Blacks, Hispanics, Asians) oder die QLBTQ Community. In der Kulturmanagement-Praxis geht es darum, das Kultur-Erlebnis auch für diese Gruppen relevant zu gestalten. Aber die Teilhabe dieser Gruppen ist nicht nur als Besucher gewünscht. Amerikanische Museen z.B. haben ein großes Diversity-Problem unter ihren Mitarbeitern, wie der Art MuseumStaff Demographic Survey der Andrew W. Mellon Stiftung 2016 belegte. Vor und hinter den Kulissen ist das amerikanische Museum demnach immer noch ein Ort von und für die weiße Mittel- und Oberschicht.
Equity – Gerechtigkeit. Gemeint ist vor allem soziale Gerechtigkeit. Museen vermitteln auch Wissen, das als wertvolle Ressource in unserer Gesellschaft jedem offen stehen soll. Es werden Objekte und Programme präsentiert, anhand derer wir reflektieren und Wissen, Macht und Relevanz konstruieren. Aber wer und was wird präsentiert? Wer ist dabei und wen schließt die Geschichte aus? Repräsentation hat Bedeutung wenn es darum geht, einen Sinn dafür zu entwickeln, wessen Wissen und Geschichte von Bedeutung in unserer Gesellschaft ist.
Accessibility – Zugang. Der Zugang zu Museen wird häufig durch physische, intellektuelle und soziale Barrieren erschwert. Den Zugang zu verbessern und gleichzeitig Vielfalt und Inklusion zu erhöhen, erfordert kreative Ideen. Die wesentlichen Herausforderungen, denen sich Museen stellen müssen, reichen von dem Erfüllen von gesetzlichen Bestimmungen der Gebäude bis hin zum Verstehen und Erfüllen von verschiedensten Anforderungen der Menschen. Gezieltes Verwenden von neuen Technologien, wie etwa Smartphone Apps, fortschrittliche Programmierung und eine “do it yourself” Einstellung, kann dabei helfen, diese Herausforderungen zu bewältigen.
Inclusion – Inklusion. Unter diesem Stichwort werden Initiativen zusammengefasst, die sich mit der Einbindung sozial Benachteiligter beschäftigen. Hierbei geht es um Benachteiligungen durch Armut, wenig Bildung, Krankheit, Arbeitslosigkeit oder Alter. Die grosse Aufgabe, die sich Kulturinstitutionen stellen, ist, Einfluss auf die Menschen zu haben. Können sie das Leben der Menschen verändern, jenseits eines Tages im Museum?
Und wie sieht es in der Praxis aus? Keiner spricht sich gegen die Integrationsbemühungen aus, Vorlagen, Ideen und Best-Practice Beispiele sind reichlich vorhanden. Trotzdem bleibt die Umsetzung im Kultur-Alltag meist punktuell; von einer integrierten Umsetzung aller vier Punkte sind die US-Kulturinstitutionen noch weit entfernt. Der Aufschrei war groß, als für die Position des Direktors des Metropolitan Museum of Art in New York wieder ein Mann gewählt wurde. Dabei will man auch dort alles richtig machen. Zeugnis der Bemühungen sind z.B. auch das neue Gebäude Met Breuer (ehemals Whitney Museum of American Art), das der Kunst des 20. und 21. Jahrhundert gewidmet ist. Dort wird auch Künstlern Raum gegeben, die sich mit einer Minderheit identifizieren. Es wurden u.a. bereits Ausstellungen von schwarzen und homosexuellen Künstlern gezeigt: „It´s a space where artist show who predominantly identify as female,“ berichtet Kimberly Drew, innovative Kulturmanagerin, selbst Poster Child für Diversity und Social Media Managerin am Metropolitan Museum of Art, auf der CultureNerd Konferenz Mitte Mai in London. Das klingt so politisch überkorrekt und unlocker. Es ist noch ein weiter Weg, bis Institutionen, nicht Individuen, Vielfalt, Gerechtigkeit, Zugang und Inklusion, selbstverständlich leben.
Diversity – Vielfalt. Mit einer Diversity-Initiative werden alle Ansätze zusammengefasst, Minderheiten für das Museum zu interessieren und sie im Museum zu integrieren. Minderheiten, das sind in dieser Interpretation unterrepräsentierte Bevölkerungsgruppen (Blacks, Hispanics, Asians) oder die QLBTQ Community. In der Kulturmanagement-Praxis geht es darum, das Kultur-Erlebnis auch für diese Gruppen relevant zu gestalten. Aber die Teilhabe dieser Gruppen ist nicht nur als Besucher gewünscht. Amerikanische Museen z.B. haben ein großes Diversity-Problem unter ihren Mitarbeitern, wie der Art MuseumStaff Demographic Survey der Andrew W. Mellon Stiftung 2016 belegte. Vor und hinter den Kulissen ist das amerikanische Museum demnach immer noch ein Ort von und für die weiße Mittel- und Oberschicht.
Equity – Gerechtigkeit. Gemeint ist vor allem soziale Gerechtigkeit. Museen vermitteln auch Wissen, das als wertvolle Ressource in unserer Gesellschaft jedem offen stehen soll. Es werden Objekte und Programme präsentiert, anhand derer wir reflektieren und Wissen, Macht und Relevanz konstruieren. Aber wer und was wird präsentiert? Wer ist dabei und wen schließt die Geschichte aus? Repräsentation hat Bedeutung wenn es darum geht, einen Sinn dafür zu entwickeln, wessen Wissen und Geschichte von Bedeutung in unserer Gesellschaft ist.
Accessibility – Zugang. Der Zugang zu Museen wird häufig durch physische, intellektuelle und soziale Barrieren erschwert. Den Zugang zu verbessern und gleichzeitig Vielfalt und Inklusion zu erhöhen, erfordert kreative Ideen. Die wesentlichen Herausforderungen, denen sich Museen stellen müssen, reichen von dem Erfüllen von gesetzlichen Bestimmungen der Gebäude bis hin zum Verstehen und Erfüllen von verschiedensten Anforderungen der Menschen. Gezieltes Verwenden von neuen Technologien, wie etwa Smartphone Apps, fortschrittliche Programmierung und eine “do it yourself” Einstellung, kann dabei helfen, diese Herausforderungen zu bewältigen.
Inclusion – Inklusion. Unter diesem Stichwort werden Initiativen zusammengefasst, die sich mit der Einbindung sozial Benachteiligter beschäftigen. Hierbei geht es um Benachteiligungen durch Armut, wenig Bildung, Krankheit, Arbeitslosigkeit oder Alter. Die grosse Aufgabe, die sich Kulturinstitutionen stellen, ist, Einfluss auf die Menschen zu haben. Können sie das Leben der Menschen verändern, jenseits eines Tages im Museum?
Und wie sieht es in der Praxis aus? Keiner spricht sich gegen die Integrationsbemühungen aus, Vorlagen, Ideen und Best-Practice Beispiele sind reichlich vorhanden. Trotzdem bleibt die Umsetzung im Kultur-Alltag meist punktuell; von einer integrierten Umsetzung aller vier Punkte sind die US-Kulturinstitutionen noch weit entfernt. Der Aufschrei war groß, als für die Position des Direktors des Metropolitan Museum of Art in New York wieder ein Mann gewählt wurde. Dabei will man auch dort alles richtig machen. Zeugnis der Bemühungen sind z.B. auch das neue Gebäude Met Breuer (ehemals Whitney Museum of American Art), das der Kunst des 20. und 21. Jahrhundert gewidmet ist. Dort wird auch Künstlern Raum gegeben, die sich mit einer Minderheit identifizieren. Es wurden u.a. bereits Ausstellungen von schwarzen und homosexuellen Künstlern gezeigt: „It´s a space where artist show who predominantly identify as female,“ berichtet Kimberly Drew, innovative Kulturmanagerin, selbst Poster Child für Diversity und Social Media Managerin am Metropolitan Museum of Art, auf der CultureNerd Konferenz Mitte Mai in London. Das klingt so politisch überkorrekt und unlocker. Es ist noch ein weiter Weg, bis Institutionen, nicht Individuen, Vielfalt, Gerechtigkeit, Zugang und Inklusion, selbstverständlich leben.
Freitag, 19. Mai 2017
Best Practice: Social Media am Metropolitan Museum of Art
Photo credit: Topical Cream
Auf der Culture Geek Konferenz am 19.5.2017 in London hielt Kimberly Drew, Social Media Managerin am Metropolitan Museum of Art, einen Vortrag über ihre wunderbar inspirierenden Errungenschaften als junge Kulturmanagerin in den USA. Kurz nur sprach sie über ihre Tätigkeit am MetMuseum, dabei beschrieb sie aber wichtige Voraussetzungen für den Erfolg der Social Media Strategie des Museums:
1. Die digitale Sphere des Museums ist genauso ein Raum, der gestaltet und gemanaged werden muss, wie die anderen drei Häuser, das Haupthaus an der 5th Avenue, the Cloisters und das Met Breuer.
2. Es gibt vier ausformulierte Social Media Ziele des Metropolitan Museum of Art:
- Share 5,000 years of art and art history.
- Connect users with objects in the collection that inspire, educate, and expand the way they view the world around them.
- Highlight the various ways the museum is in service of art and art history.
- Humanize the museum and provide an invitation to participate.
Der Erfolg der Social Media Maßnahmen wird im Museum nicht nur quantitativ durch likes, views und clicks gemessen, sondern vor allem qualitativ: Wer kommentiert und beantwortet die Beiträge? Wen inspiriert das Museum, auf seinen Social Media Kanälen über den Besuch zu berichten? Echte Partizipation wird im Metropolitan Museum of Art höher bewertet als simple Social Media Statistiken.
Auf der Culture Geek Konferenz am 19.5.2017 in London hielt Kimberly Drew, Social Media Managerin am Metropolitan Museum of Art, einen Vortrag über ihre wunderbar inspirierenden Errungenschaften als junge Kulturmanagerin in den USA. Kurz nur sprach sie über ihre Tätigkeit am MetMuseum, dabei beschrieb sie aber wichtige Voraussetzungen für den Erfolg der Social Media Strategie des Museums:
1. Die digitale Sphere des Museums ist genauso ein Raum, der gestaltet und gemanaged werden muss, wie die anderen drei Häuser, das Haupthaus an der 5th Avenue, the Cloisters und das Met Breuer.
2. Es gibt vier ausformulierte Social Media Ziele des Metropolitan Museum of Art:
- Share 5,000 years of art and art history.
- Connect users with objects in the collection that inspire, educate, and expand the way they view the world around them.
- Highlight the various ways the museum is in service of art and art history.
- Humanize the museum and provide an invitation to participate.
Der Erfolg der Social Media Maßnahmen wird im Museum nicht nur quantitativ durch likes, views und clicks gemessen, sondern vor allem qualitativ: Wer kommentiert und beantwortet die Beiträge? Wen inspiriert das Museum, auf seinen Social Media Kanälen über den Besuch zu berichten? Echte Partizipation wird im Metropolitan Museum of Art höher bewertet als simple Social Media Statistiken.
Dienstag, 28. März 2017
Kulturpolitik unter Präsident Trump
Photo credit: Americans for the Arts
„Geht Dein Orchester jetzt unter?“ Diese Frage habe ich in den letzten Wochen von deutschen Kollegen oft gehört. „Mein“ Orchester ist das Cincinnati Symphony Orchester, bei dem ich in einige Jahre in der Marketingabteilung gearbeitet habe. Und die Frage bezieht sich auf die aktuelle Situation in den USA. Präsident Trump hat, um Gelder für andere Projekte freizuschaufeln, in der aktuellen Debatte für den Bundeshaushalt 2018 die Eliminierung des National Endowments for the Arts (NEA) vorgeschlagen. Der NEA ist die amerikanische Bundesagentur für Kulturförderung. So eine Institution zu schliessen, scheint aus deutscher Perspektive unverständlich. Allerdings, die Auflösung des NEA wird wenig Einfluss auf das finanzielle Überleben des Orchesters haben. Denn das Budget des NEA, welches auf dem Bundeshaushalt finanziert wird, beträgt seit Jahren etwa 150 Millionen USD. Die Förderung der Künste oder der Wissenschaft (National Endowment of the Humanities) war auch nicht Präsident Obamas Steckenpferd. Unter Obama wurden die Diskussionen um eine Erhöhung oder Senkung des Budgets regelmässig verschoben und das Budget bei gleichbleibendem Betrag einfach ins nächste Haushaltsjahr übernommen (Referral). Die NEA fördert nach dem Giesskannenprinzip. Jede Kulturinstitution, die sich durch hunderte Seiten Förderantrag arbeiten kann und die neben Relevanz, Nachhaltigkeit, Gemeinnützigkeit und insbesondere Förderung der Benachteiligten auch aufzeigen kann, das Projekt messbar umzusetzen, kann sich um Fördergelder bewerben. Und von den tausenden Institutionen, die dies auf sich nehmen, bekommt jeder ein bisschen. Förderungen von sechsstelligen Beträgen sind selten. Die Förderung durch die NEA wirkt vielmehr wie ein Gütesiegel, die insbesondere den Kulturagenturen der einzelnen Bundesstaaten und Stiftungen zeigt, dass die Institutionen förderungswürdig sind. Dieses Gütesiegel wirkt wie eine Anschubfinanzierung, die dann weitere Fördersummen nach sich zieht. Die öffentliche Förderung des Cincinnati Symphony Orchesters machte bei einem Budget von etwa 40 Millionen USD weniger als 1% aus. Ich bin mir sicher, dass sich schnell ein anderes System von Gütesiegeln und Anschubfinanzierungen etablieren wird, das massgeblich von Stiftungen initiiert wird. Der Staat wird die Kultur noch weiterhin indirekt durch die Steuerbegünstigungen für gemeinnützige Organisationen fördern. Aber auch dieses Privileg stand schon vielfach zur Diskussion. Die Abschaffung des NEA finde ich aus anderen Gründen bedenklich. Hier wird auf politischer Ebene die Wertschätzung von Kultur und Allem für was sie steht (wie z.B. Kreativität, Freiheit, Teilhabe) herabgestuft. Aber ein Grossteil der amerikanischen Bevölkerung wünscht sich die Verschlankung des Verwaltungsapparates. Und dazu gehört eben auch der National Endowment for the Arts.
Das Thema in der Presse:
New York Times, 15.3.2017
The Guardian, 16.3.2017
„Geht Dein Orchester jetzt unter?“ Diese Frage habe ich in den letzten Wochen von deutschen Kollegen oft gehört. „Mein“ Orchester ist das Cincinnati Symphony Orchester, bei dem ich in einige Jahre in der Marketingabteilung gearbeitet habe. Und die Frage bezieht sich auf die aktuelle Situation in den USA. Präsident Trump hat, um Gelder für andere Projekte freizuschaufeln, in der aktuellen Debatte für den Bundeshaushalt 2018 die Eliminierung des National Endowments for the Arts (NEA) vorgeschlagen. Der NEA ist die amerikanische Bundesagentur für Kulturförderung. So eine Institution zu schliessen, scheint aus deutscher Perspektive unverständlich. Allerdings, die Auflösung des NEA wird wenig Einfluss auf das finanzielle Überleben des Orchesters haben. Denn das Budget des NEA, welches auf dem Bundeshaushalt finanziert wird, beträgt seit Jahren etwa 150 Millionen USD. Die Förderung der Künste oder der Wissenschaft (National Endowment of the Humanities) war auch nicht Präsident Obamas Steckenpferd. Unter Obama wurden die Diskussionen um eine Erhöhung oder Senkung des Budgets regelmässig verschoben und das Budget bei gleichbleibendem Betrag einfach ins nächste Haushaltsjahr übernommen (Referral). Die NEA fördert nach dem Giesskannenprinzip. Jede Kulturinstitution, die sich durch hunderte Seiten Förderantrag arbeiten kann und die neben Relevanz, Nachhaltigkeit, Gemeinnützigkeit und insbesondere Förderung der Benachteiligten auch aufzeigen kann, das Projekt messbar umzusetzen, kann sich um Fördergelder bewerben. Und von den tausenden Institutionen, die dies auf sich nehmen, bekommt jeder ein bisschen. Förderungen von sechsstelligen Beträgen sind selten. Die Förderung durch die NEA wirkt vielmehr wie ein Gütesiegel, die insbesondere den Kulturagenturen der einzelnen Bundesstaaten und Stiftungen zeigt, dass die Institutionen förderungswürdig sind. Dieses Gütesiegel wirkt wie eine Anschubfinanzierung, die dann weitere Fördersummen nach sich zieht. Die öffentliche Förderung des Cincinnati Symphony Orchesters machte bei einem Budget von etwa 40 Millionen USD weniger als 1% aus. Ich bin mir sicher, dass sich schnell ein anderes System von Gütesiegeln und Anschubfinanzierungen etablieren wird, das massgeblich von Stiftungen initiiert wird. Der Staat wird die Kultur noch weiterhin indirekt durch die Steuerbegünstigungen für gemeinnützige Organisationen fördern. Aber auch dieses Privileg stand schon vielfach zur Diskussion. Die Abschaffung des NEA finde ich aus anderen Gründen bedenklich. Hier wird auf politischer Ebene die Wertschätzung von Kultur und Allem für was sie steht (wie z.B. Kreativität, Freiheit, Teilhabe) herabgestuft. Aber ein Grossteil der amerikanischen Bevölkerung wünscht sich die Verschlankung des Verwaltungsapparates. Und dazu gehört eben auch der National Endowment for the Arts.
Das Thema in der Presse:
Montag, 13. März 2017
Sponsoring Update: Die wachsende Bedeutung von Datenanalyse im Sponsoring-Geschäft
Sponsoring ist ein Geschäft auf Gegenseitigkeit. In der
Regel erhält die Kulturinstitution Geld und der Sponsor einen Imagetransfer und
eine angemessene Sichtbarkeit vor dem Kulturpublikum. Kulturprojekte stehen
dabei in Konkurrenz mit den Medien, denn
das Geld für das Sponsoring stammt aus dem Marketingetat der Unternehmen und
könnte jederzeit auch für eine klassische Werbekampagne ausgegeben werden.
Aura, Imagetransfer und Kulturglanz sind schwer zu messen, deshalb sind
amerikanische Kulturinstitutionen bemüht, den Marktwert jeder einzelnen
Gegenleistung von Karten über Empfänge bis Bannerwerbung mit Hilfe von
Agenturen in Dollar und Cent zu beziffern. Aber das genügt den Sponsoren nicht
mehr. Bisher war es üblich, einem potentiellen Sponsor mitteilen zu können,
dass z.B. 14% der Kulturkunden genau diese Automarke fuhren und 35% der Kunden
in den nächsen 18 Monaten ein Auto kaufen wollen. Aber Daten und die
Möglichkeit darauf zuzugreifen und sie zu analysieren haben einen starken
Einfluss auf das Sponsoring: von der Evaluation zur Auswahl, Aktivierung und
Messbarkeit der Partnerschaften. Sponsoren wollen heute hören, dass individuell
identifiziert werden kann, welche Kunden sich zur Zeit nach einem neuen Auto
umsehen, welche Marke und welches Model sie aktuell fahren, welches Autohaus am
nächsten zu ihrer Heimatadresse gelegen ist und welche Medien-Plattformen am
effektivsten sind, um sie zu einer Probefahrt einzuladen. Denn mit einer
funktionierenden Kundendatei und Datenanalyse-Programmen ist dies alles
möglich. Zukünftig müssen sich Kulturinstitutionen fragen lassen, ob sie eine
datengesteuerte Organisation mit Informationen sind, die verknüpft und
zugänglich sind. Und ob die Organisation in der Lage und bereit ist, Dateneinblicke
zu analysieren und zu teilen, so dass der Wert der Sponsoring-Investition
gesteigert werden kann.
Umgekehrt kann der Datenaustausch mit Sponsoren auch
interessant für die Kulturinstitution sein. Aus meiner eigenen
Kulturmanagement-Praxis kann ich berichten, dass der Kundendatenabgleich des
Cincinnati Symphony Orchesters mit einer grossen amerikanischen Supermarktkette
Aufschluss über das Kaufverhalten vom Publikum gab. So kauft der gemeinsame Kundenkreis
weniger preisbewusst (überrascht nicht, denn Kultur ist eine Luxus-Gut) und
kauft besonders viele frische Lebensmittel ein. Mit dieser Information wurde
das Gastronomie-Angebot in der Konzerthalle überarbeitet.
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