Business Incubators, Business Accelerators – die Start-up
Szene ist in den USA auch ausserhalb des Silicon Valleys gross. In jeder
amerikanischen Grossstadt gibt es Firmen und Programme, die Start-up
Unternehmen auf die Füsse (Incubators) und zum Laufen (Accelerators) bringen.
Dazu wird ausgewählten Start-up Unternehmen von Logistik zu Schulungen und
Dienstleistungen alles zur Verfügung gestellt. Sogenannte Angel Investors
finanzieren die jungen Unternehmen durch Seed Funding (zu deutsch
„Risiko-Investment“) anteilig. Dies
geschieht mit der Hoffnung, das nächste
Facebook oder What´s App gefunden haben und dann anteilig am finanziellen
Gewinn beteiligt zu werden.
Im September 2014 hat das Neue Museum in New York den ersten
museumsgeführten Business Incubator "New Inc" ins Leben gerufen. Hier
stehen ausgewählten Kreativen aus den Bereichen Kunst, Design und Technologie
Arbeitsplätze und Fortbildungsmöglichkeiten zur Vefügung. Neben dem
Museumspersonal stehen den Teilnehmern kreative Fortschrittsdenker wie z.B. Aaron Koblin (Google Creative Lab), John Maeda (ehemals Präsident Rhode Island
School of Design), Michael Phillips
Moskowitz (Global Chief Curator, eBay Inc) und Neri Oxman (MIT Media Lab) als
Mentoren zur Seite. Das Programm setzt zusätzlich auf Synergien, die zwischen
den Teilnehmern und ihren Geschäftsideen entstehen.
Anders als bei herkömmlichen Inkubatoren steht das Museum
den Teilnehmern bei der Suche nach Seed Funding nicht zur Verfügung.
Tatsächlich zahlen die Teilnehmer eine Gebühr von monatlich $600 (wirklich
günstig im Vergleich zu den normalen New Yorker Büromieten). New Inc ist eine
Non-Profit-Unternehmung des New Museums und vollständig der Mission des Museums
untergeordnet. Ich bin gespannt, welche der künstlerischen Geschäftsideen aus
dem Spannungsfeld, Kunst, Design und Technologie nach Ablauf der ersten Runde
den Markt erobern!
Montag, 31. August 2015
Donnerstag, 6. August 2015
Die Kunst des Storytelling
Das Trendwort "Storytelling" bedeutet mehr als das
klassische Geschichten erzählen. Konsumgüterunternehmen setzen geschickt die
Kunst des Storytelling ein, um Verbrauchern Geschichten und Emotionen zu einem
Produkt zu vermitteln. Auf dem umkämpften Werbemarkt reicht es nicht mehr aus,
ein Produkt als gut und funktional zu vermarkten. Eine lebendig erzählte
Geschichte gewinnt die Aufmerksamkeit und Konzentration der Konsumenten leichter als
eine nüchterne Ansprache. Die Zuhörer versuchen, den Handlungsablauf,
vielleicht eine Metapher zu erfassen und die darin enthaltene Weisheit
zu verstehen.
Kulturgüter, ob einzelne Kunstwerke oder ganze Ausstellungen, Musikstücke und Performances, sind nolens volens Stücke, die komplexe Botschaften mit sich tragen. Kulturmanager haben somit einen Vorsprung, wenn es darum geht, Kulturgüter durch Storytelling zu vemitteln. Auch die Arbeit von Kulturbetrieben an sich wird von der Mehrheit der Bevölkerung als wichtig und positiv für die Gesellschaft eingeschätzt. In amerikanischen Kulturbetrieben lässt sich beobachten, dass das Storytelling insbesondere im Bereich Fundraising Anwendung findet. Sogenannte „restorative narratives“, Geschichten, die einen Wiedergutmachungs- oder Verbesserungsprozess beschreiben, werden in den Fokus gerückt. Diese Geschichten sind weniger problem- als vielmehr lösungsorieniert. Psychologische Forschung unterstützt, dass sich Menschen durch diese Art Geschichten großzügiger, mutiger und mitfühlender verhalten.
Kulturgüter, ob einzelne Kunstwerke oder ganze Ausstellungen, Musikstücke und Performances, sind nolens volens Stücke, die komplexe Botschaften mit sich tragen. Kulturmanager haben somit einen Vorsprung, wenn es darum geht, Kulturgüter durch Storytelling zu vemitteln. Auch die Arbeit von Kulturbetrieben an sich wird von der Mehrheit der Bevölkerung als wichtig und positiv für die Gesellschaft eingeschätzt. In amerikanischen Kulturbetrieben lässt sich beobachten, dass das Storytelling insbesondere im Bereich Fundraising Anwendung findet. Sogenannte „restorative narratives“, Geschichten, die einen Wiedergutmachungs- oder Verbesserungsprozess beschreiben, werden in den Fokus gerückt. Diese Geschichten sind weniger problem- als vielmehr lösungsorieniert. Psychologische Forschung unterstützt, dass sich Menschen durch diese Art Geschichten großzügiger, mutiger und mitfühlender verhalten.
Nur leider brauchen die
Geschichten, die es im Kulturbetrieb zum Beispiel über die Vermittlungsarbeit
gibt, eine lange Zeit um erzählt zu werden. Erfolge über Nacht sind selten zu
verzeichnen. Lassen Sie diese Geschichten sich entfalten. Es ist auch eine
Chance, das Publikum tiefer in die Geschichte eindringen zu lassen und an die
Organisation zu binden.
Dienstag, 2. Juni 2015
Museum Trends 2015
Vor kurzem wurde der jährliche TrendsWatch Bericht des
Center for the Future of Museums für das Jahr 2015 veröffentlicht. Darin werden
aktuelle technologische, gesellschaftliche und marktwirtschaftliche Trends
vorgestellt und ihre Anwendung auf den Museumsbetrieb besprochen:
Open Data
Open source, open software, open government – diese Themen erfordern eine grundlegende Veränderung: Weg von streng kontrollierten, digitalen Informationen und hin zu Inhalten, die für alle zugänglich und wiederverwertbar sind. Museumsdaten, ob kultureller, wissenschaftlicher oder operationeller Art, sind traditionell streng kontrolliert. Sind Museen bereit, Ihren Daten-Reichtum offen zu teilen? Können sie es sich leisten, diesen Trend zu vernachlässigen oder bleiben sie auf der Strecke? Wie adressieren Museen in diesem Zusammenhang die Sorge vieler Besucher, personenbezogene Daten zu schützen?
Ethischer Konsum
Verbraucher realisieren vermehrt die Auswirkungen ihres Konsums und die damit verbundene beispiellose Macht. Im Internetzeitalter kann der gesamte Lebenszyklus eines Produktes oder einer Dienstleistung nachvollzogen werden. Das führt zu einer erhöhten Nachfrage von Transparenz und Rechenschaftspflicht. Obwohl gemeinnützige Organisationen traditionell in diesem Zusammenhang positiv eingeordnet werden, müssen auch sie vermehrt beweisen, welche Auswirkungen ihre Aktivitäten haben und wie effizient sie diese betreiben.
Personalisierung
Mithilfe der neuen Technologien werden heute nicht nur Waren individuell angepasst, sondern auch Netzinhalte und Erfahrungen auf die Wünsche des Individuums eingestellt und gefiltert. Besucher der Zukunft, die es gewöhnt sind individuell adressiert zu werden, werden künftig auch den Museumsbesuch und die Kommunikation auf ihre individuellen Interessen und Bedürfnisse abgestimmt sehen wollen.
Klimawandel
Ob sinkende Flusspegel, steigende Meeresspiegel, Dürre und Waldbrände - Museen als Verwalter des kulturellen Erbes sind Ihrem Zweck auf Ewigkeit verpflichtet. Sehr wenige Museen sind auf eine Zunahme von Naturkatastrophen vorbereitet und auch im Alltag sind wenige Museen Vorbild für einen beispielhaften Umgang mit Ressourcen.
Tragbare Technologien
Viele der Funktionen, die heute in das Smartphone integriert sind, werden mit der Zeit in kleinere technische Geräte wie Google Watch oder auch Kleidungsstücke integriert werden. Technologie wird am Körper getragen und in den menschlichen Körper integriert. Bei diesem Trend empfehle ich: entspannen! Es dauert noch einige Jahre, bis diese Geräte den Markt nachhaltig erobert haben. Bis dahin sollten Museen sich weiterhin um die Professionalisierung Ihrer digitalen Inhalte und deren Vermittlung kümmern.
Slow Culture
Der raschen technologischen Entwicklung dieser Jahre steht die sogenannte „Slow Culture“ gegenüber. Im Mittelpunkt dieser Kultur steht die Entschleunigung des Lebens, ein Aspekt den Museen besonders gut beherrschen. Einzelne Galerien ohne jede technische Inszenierung können ein wunderbarer Ort für Kontemplation und Entschleunigung sein.
Open Data
Open source, open software, open government – diese Themen erfordern eine grundlegende Veränderung: Weg von streng kontrollierten, digitalen Informationen und hin zu Inhalten, die für alle zugänglich und wiederverwertbar sind. Museumsdaten, ob kultureller, wissenschaftlicher oder operationeller Art, sind traditionell streng kontrolliert. Sind Museen bereit, Ihren Daten-Reichtum offen zu teilen? Können sie es sich leisten, diesen Trend zu vernachlässigen oder bleiben sie auf der Strecke? Wie adressieren Museen in diesem Zusammenhang die Sorge vieler Besucher, personenbezogene Daten zu schützen?
Ethischer Konsum
Verbraucher realisieren vermehrt die Auswirkungen ihres Konsums und die damit verbundene beispiellose Macht. Im Internetzeitalter kann der gesamte Lebenszyklus eines Produktes oder einer Dienstleistung nachvollzogen werden. Das führt zu einer erhöhten Nachfrage von Transparenz und Rechenschaftspflicht. Obwohl gemeinnützige Organisationen traditionell in diesem Zusammenhang positiv eingeordnet werden, müssen auch sie vermehrt beweisen, welche Auswirkungen ihre Aktivitäten haben und wie effizient sie diese betreiben.
Personalisierung
Mithilfe der neuen Technologien werden heute nicht nur Waren individuell angepasst, sondern auch Netzinhalte und Erfahrungen auf die Wünsche des Individuums eingestellt und gefiltert. Besucher der Zukunft, die es gewöhnt sind individuell adressiert zu werden, werden künftig auch den Museumsbesuch und die Kommunikation auf ihre individuellen Interessen und Bedürfnisse abgestimmt sehen wollen.
Klimawandel
Ob sinkende Flusspegel, steigende Meeresspiegel, Dürre und Waldbrände - Museen als Verwalter des kulturellen Erbes sind Ihrem Zweck auf Ewigkeit verpflichtet. Sehr wenige Museen sind auf eine Zunahme von Naturkatastrophen vorbereitet und auch im Alltag sind wenige Museen Vorbild für einen beispielhaften Umgang mit Ressourcen.
Tragbare Technologien
Viele der Funktionen, die heute in das Smartphone integriert sind, werden mit der Zeit in kleinere technische Geräte wie Google Watch oder auch Kleidungsstücke integriert werden. Technologie wird am Körper getragen und in den menschlichen Körper integriert. Bei diesem Trend empfehle ich: entspannen! Es dauert noch einige Jahre, bis diese Geräte den Markt nachhaltig erobert haben. Bis dahin sollten Museen sich weiterhin um die Professionalisierung Ihrer digitalen Inhalte und deren Vermittlung kümmern.
Slow Culture
Der raschen technologischen Entwicklung dieser Jahre steht die sogenannte „Slow Culture“ gegenüber. Im Mittelpunkt dieser Kultur steht die Entschleunigung des Lebens, ein Aspekt den Museen besonders gut beherrschen. Einzelne Galerien ohne jede technische Inszenierung können ein wunderbarer Ort für Kontemplation und Entschleunigung sein.
Dienstag, 24. März 2015
Die unverbindliche Eintrittspreisempfehlung – Pay What You Want
Das Metropolitan Museum of Art in New York City musste sich
gegen zwei Klagen wehren, die behaupteten, dass der erhobene Eintrittspreis von
maximal $25 unrechtmäßig sei. Dabei ging es nicht um die Höhe des
Eintrittspreises, der sicherlich in der Königsklasse der Eintrittspreise für
ein amerikanisches Museum liegt. Vielmehr dürfe laut Anklage gar kein
Eintrittspreis erhoben werden, da das Museum 1876 mit staatlicher Hilfe
aufgebaut wurde und seitdem mehrere Vereinbarungen getroffen wurden, an
bestimmten Tagen Besuchern freien Eintritt zu gewähren. Beide Klagen wurden
abgewiesen.
Das Museum kann weiterhin nach Belieben freien Eintritt gewähren und/oder ein Eintrittsgeld verlangen. Der Eintrittspreis von $25 klingt viel, man bedenke aber, dass es sich hierbei um eine Empfehlung handelt. Nachgewiesenermaßen sind bei Marketing-Maßnahmen wie „Pay What You Want“, bei denen der Kunde den Preis für ein Produkt oder eine Dienstleistung selbst bestimmt, Preisempfehlungen von großem Vorteil für den Verkäufer. Ohne Preisempfehlung lassen die Kunden oftmals tatsächlich nur wenige Cent da. Darüber hinaus sind einige Kunden verunsichert, wenn dem Produkt kein monetärer Wert zugeschrieben ist. Einige wenden sich dadurch sogar vom Kauf ab, bei anderen sinkt die Achtung für das Produkt, da es ja fast umsonst ist (Gneezy,Gneezy, Nelson, 2012). Ein großer Vorteil für das Metropolitan Museum of Art und andere Kulturinstitutionen liegt in der Gemeinnützigkeit. Ist die Pay What You Want –Aktion mit einem gemeinnützigen Zweck verbunden, sind die Kunden bereit, deutlich mehr für ein Produkt oder eine Dienstleistung mit Preisempfehlung zu zahlen.
Das Museum kann weiterhin nach Belieben freien Eintritt gewähren und/oder ein Eintrittsgeld verlangen. Der Eintrittspreis von $25 klingt viel, man bedenke aber, dass es sich hierbei um eine Empfehlung handelt. Nachgewiesenermaßen sind bei Marketing-Maßnahmen wie „Pay What You Want“, bei denen der Kunde den Preis für ein Produkt oder eine Dienstleistung selbst bestimmt, Preisempfehlungen von großem Vorteil für den Verkäufer. Ohne Preisempfehlung lassen die Kunden oftmals tatsächlich nur wenige Cent da. Darüber hinaus sind einige Kunden verunsichert, wenn dem Produkt kein monetärer Wert zugeschrieben ist. Einige wenden sich dadurch sogar vom Kauf ab, bei anderen sinkt die Achtung für das Produkt, da es ja fast umsonst ist (Gneezy,Gneezy, Nelson, 2012). Ein großer Vorteil für das Metropolitan Museum of Art und andere Kulturinstitutionen liegt in der Gemeinnützigkeit. Ist die Pay What You Want –Aktion mit einem gemeinnützigen Zweck verbunden, sind die Kunden bereit, deutlich mehr für ein Produkt oder eine Dienstleistung mit Preisempfehlung zu zahlen.
Mittwoch, 18. Februar 2015
Sponsoring update: Naming Rights
Die sogenannten Naming Rights (Namensrechte), bei denen meist
ein Gebäude, aber beispielsweise auch einzelne Ausstellungsräume oder
Konzertreihen nach einem Sponsor benannt werden, fallen in die höchste
Kategorie der Recognition (Anerkennung) von Sponsoren. In Deutschland kennen
wir diese Kategorie vor allem von den großen Sportarenen, die, je nach Laufzeit
eines Sponsoringvertrags durch ein großes Unternehmen, regelmäßig den Namen
wechseln. In der Kultur in den USA ist diese Art der Anerkennung von Sponsoren
aber auch von Spendern deutlich weiter verbreitet als in Deutschland. Ein Fall
machte dort vor kurzem Schlagzeilen:
Als Dank an Avery Fisher, der dem New York Philharmonic
Orchestra im Jahr 1973 $10,5 Mio.
spendete, wurde der große Saal in New York Citys
Lincoln Center for the Performing
Arts nach dem Spender benannt. Da das Gebäude, das 1962 eröffnet
wurde, nun seit Jahren stark renovierungsbedürftig ist, kündigte das Orchester im Jahre 2014 eine
$500 Mio. Fundraising-Kampagne an, in dessen Rahmen der Große Konzertsaal nach dem größten Spender oder
Sponsoren benannt werden sollte. Gegen eine Umbenennung des Saales hatte sich
die Familie von Avery Fisher noch im Jahre 2002 erfolgreich gerichtlich
gewehrt. Zu einer Einigung in diesem Fall kam es erst jetzt, nachdem das
Lincoln Center zugestimmt hatte, der Familie von Avery Fisher eine
Entschädigung von $15 Mio. zu zahlen und den Namen des früheren Spenders auch
weiterhin in der Lobby prominent zu platzieren.
Über diesen Deal können wir Aussenstehenden viel
diskutieren. Ganz offenbar wurde in diesem Fall zum Zeitpunkt der
ursprünglichen Spende versäumt, die Laufzeit der Nutzung der Namensrechte zu
vereinbaren. In Fällen wie diesem, bei dem es sich um eine Spende handelte,
sind Verträge unüblich. Bei einem Geschäft auf Gegenseitigkeit, dem Sponsoring,
hingegen, werden die Leistungen beider Seiten detailliert vertraglich festgehalten. An diesem Beispiel wird deutlich, wie wichtig
die Trennung von Spenden- und Sponsoring-Aktivitäten ist, vor allem aus legalen
Gründen, aber auch um die Reputation der Kulturinstitution, den Spendern und den
Sponsoren langfristig zu erhalten.
Montag, 12. Januar 2015
Virtual Volunteering: Kill Time. Make History
Im Netz surfen, spielend ein paar Aufgaben lösen und
dabei auch noch Gutes tun? So präsentiert sich
das neue Virtual Volunteering Projekt der New York Public Library. Nach
einem ersten überaus erfolgreichen Crowdsourcing Projekt "What´s on the
Menu" wurde von der New York Public Library ein neues digitales Projekt
mit Hilfe von Online Volunteering gestartet:
Mit einer Software wurden in der Bibliothek tausende
historische Karten gescannt mit dem Ziel, die Veränderung des New Yorker
Stadtraums über die Jahrhunderte nachvollziehbar zu machen. Für das Projekt wurde die Internetseite "Building
Inspector" erstellt, auf der die Öffentlichkeit (Crowd) eingeladen wird, die
Scans zu überprüfen und Details in einer Datenbank zu ergänzen. Jeder kann ganz
ohne kartographisches Vorwissen kleine Aufgaben lösen und den Mitarbeitern der
Bibliothek damit ungezählte Stunden Arbeit abnehmen.
Mit dem riesigen Volumen der zu ordnenden und
korrigierenden Stadtkarten rechtfertigt die New York Pubic Library die
aufwendig gestaltete, interaktive Internetseite. In der Regel sind die Virtual
Volunteering Projekte viel kleiner und zur Unterstützung der Mitarbeiter im
Tagesbetrieb der Non-Profit Organisationen gestaltet. Gemeinsames Merkmal der
Aufgaben, die unter dem Begriff Virtual Volunteering summiert werden, ist, dass
sie von den Ehrenamtlichen am eigenen Computer oder Smartphone ausgeführt werden
können. Zu den verbreiteten Aufgaben der Virtual Volunteers gehören oftmals
Internet bezogene Tätigkeiten wie z.B. das Moderieren von Internetforen oder
das Erstellen von Internetseiten. Das Erstellen von Dokumenten für z.B.
Projektrecherche, sowie Presseartikel, Übersetzungen und Förderanträge zu schreiben
sind als Aufgaben am weitesten verbreitet.
Das Erledigen kleinerer Aufgaben wird auch mit dem
Begriff Virtual Micro-Volunteering beschrieben. Dazu findet im allgemeinen kein
Training der Ehrenamtlichen statt und das ehrenamtliche Engagement ist nach dem
Erledigen der Aufgabe abgeschlossen.
Das Projekt "Building Inspector", bei der
die Virtual Volunteers spielend Aufgaben lösen, ist eine Mischung aus Virtual
Volunteering, Crowdsourcing und Gaming und stellt damit eine neue Stufe der
Einbeziehung von Freiwilligen dar.
Donnerstag, 23. Oktober 2014
Crowdfunding als Instrument der Marktfoschung
Wenn ich in meinen Kulturmarketing-Vorlesungen vor den
Studenten stehe und von dem „Kulturprodukt“ rede, geht ein Aufschrei durch die
Runde: Mit diesem Wort dürfe man die hehre Kunst, das Orchesterwerk, die
Ausstellung, das Theaterstück, nicht degradieren. Aber auch für die Kultur
gilt, dass es einen Markt mit Angebot und Nachfrage gibt. In diesem
Zusammenhang sind die Begriffe „Produkt“ oder „Dienstleistung“ als Marketing-Fachbegriff
zu verwenden.
Diesen Moment der Provokation nutze ich als Einstieg in die Diskussion darüber, was die Kultur oder das Kulturprodukt von anderen Produkten und Dienstleistungen unterscheidet. Dabei geht es um ideelle Werte aber auch Produktentwicklung, in der sich die Kultur wesentlich von anderen Gütern und Dienstleistungen unterscheidet, die eng an den Bedürfnissen des Konsumenten entwickelt werden. Kultur entsteht um ihrer selbst willen. Auch ein Spielplan wird im Vergleich zu anderen Branchen nur sehr entfernt an den Bedürfnissen der Besucher entwickelt.
Was aber geschieht mit einem Kulturprodukt, wenn es losgelöst von der komfortablen öffentlichen Finanzierung entsteht und wenn es nicht möglichst vielen Besuchern gefallen muss? Gibt es dann genügend Kunden, die sich für z.B. Neue Musik interessieren und die das Projekt unterstützen?
Ein Produkt durch Crowdfunding zu finanzieren, scheint der ultimative Härtetest zu sein, ob das Produkt genügend Interesse generieren kann. Hier wird mit harten Marketing- und Fundraising-Techniken gearbeitet. Es ist die Probe auf´s Exempel, ob die Idee bestehen kann. Interessant scheint auch die Frage, ob die Crowdfunding-Projekte inhaltlich anders ausgerichtet sind oder anders präsentiert werden. So kann Crowdfunding unter Umständen ein geeignetes Mittel sein, neue Ideen am Markt zu testen und es damit als Instrument der Marktforschung zu nutzen.
Diesen Moment der Provokation nutze ich als Einstieg in die Diskussion darüber, was die Kultur oder das Kulturprodukt von anderen Produkten und Dienstleistungen unterscheidet. Dabei geht es um ideelle Werte aber auch Produktentwicklung, in der sich die Kultur wesentlich von anderen Gütern und Dienstleistungen unterscheidet, die eng an den Bedürfnissen des Konsumenten entwickelt werden. Kultur entsteht um ihrer selbst willen. Auch ein Spielplan wird im Vergleich zu anderen Branchen nur sehr entfernt an den Bedürfnissen der Besucher entwickelt.
Was aber geschieht mit einem Kulturprodukt, wenn es losgelöst von der komfortablen öffentlichen Finanzierung entsteht und wenn es nicht möglichst vielen Besuchern gefallen muss? Gibt es dann genügend Kunden, die sich für z.B. Neue Musik interessieren und die das Projekt unterstützen?
Ein Produkt durch Crowdfunding zu finanzieren, scheint der ultimative Härtetest zu sein, ob das Produkt genügend Interesse generieren kann. Hier wird mit harten Marketing- und Fundraising-Techniken gearbeitet. Es ist die Probe auf´s Exempel, ob die Idee bestehen kann. Interessant scheint auch die Frage, ob die Crowdfunding-Projekte inhaltlich anders ausgerichtet sind oder anders präsentiert werden. So kann Crowdfunding unter Umständen ein geeignetes Mittel sein, neue Ideen am Markt zu testen und es damit als Instrument der Marktforschung zu nutzen.
Freitag, 10. Oktober 2014
Mitgliedschaften für eine neue Generation: Was junge Menschen motiviert
Die Millennials (18-32 Jahre) heisst es, kennen keine
Verbindlichkeiten: Sie sind zu jung für´s Abo, zu unverbindlich für
Mitgliedschaften. Ihnen eilt der Ruf voraus, ausschliesslich auf sich selbst
konzentriert zu sein. Das TIME Magazine betitelte sie als die "me me
me"- Generation, egozentrisch und, nach eigener Auffassung, zu allem
berechtigt.
Doch einem Bericht der Firma Blachbaud zu Folge gehören 60% dieser Generation in den USA zu den Spendern. Und da Mitgliedschaften oftmals die erste langfristige Bindung an eine gemeinnützige Organisation sind und häufig die Grundlage sind, auf der auch eine Spender-Beziehung aufgebaut werden kann, ist es wichtig, die Motivation der jungen Generation zu kennen.
Die Vorteile traditioneller Mitgliedschaften bestehen meist aus freiem Eintritt, Markenartikeln als Geschenk, kostenlosem Parken, Namensnennungen und Einladungen zu Sonderveranstaltungen. Diese extrinsischen Vorteile spielen interessanterweise bei den Millenials keine große Rolle. Vielmehr wird die junge Generation durch intrinsische Vorteile oder Belohnungen motiviert. Millennials wollen die Welt wirklich zu einem besseren Ort machen. Missions-orientierte Kommunikation hilft in diesem Zusammenhang, die dahingehenden Bemühungen der Non-Profits zu verdeutlichen. Solange die herkömmlichen Mitgliedschaften für die älteren Generationen (Generation X, Baby Boomers und Matures) funktionieren, sollten diese den entsprechenden Zielgruppen aber unbedingt weiter angeboten werden. Nur für die jüngere Generation müssen dann andere Angebote entwickelt und kommuniziert werden. Einstiegsmöglichkeit für langfristige Bindungen ist auch das Ehrenamt, an dem die Generation Y sehr interessiert ist. Allerdings suchen die jungen Leute nach anderen Aufgaben als die Generationen vor ihnen. Sie sind weniger an Arbeit in Gremien interessiert als vielmehr daran, an der Seite der Angestellten zu arbeiten, Analysen anzufertigen und Empfehlungen auszusprechen, Aufgaben also, die sofortige Wirkung zeigen.
Die Millennials sind nicht nur schon heute Kunden (Besucher, Mitglieder und Spender), sie sind zahlenmäßig auch die größte Generation in der Geschichte der Menschheit.
Doch einem Bericht der Firma Blachbaud zu Folge gehören 60% dieser Generation in den USA zu den Spendern. Und da Mitgliedschaften oftmals die erste langfristige Bindung an eine gemeinnützige Organisation sind und häufig die Grundlage sind, auf der auch eine Spender-Beziehung aufgebaut werden kann, ist es wichtig, die Motivation der jungen Generation zu kennen.
Die Vorteile traditioneller Mitgliedschaften bestehen meist aus freiem Eintritt, Markenartikeln als Geschenk, kostenlosem Parken, Namensnennungen und Einladungen zu Sonderveranstaltungen. Diese extrinsischen Vorteile spielen interessanterweise bei den Millenials keine große Rolle. Vielmehr wird die junge Generation durch intrinsische Vorteile oder Belohnungen motiviert. Millennials wollen die Welt wirklich zu einem besseren Ort machen. Missions-orientierte Kommunikation hilft in diesem Zusammenhang, die dahingehenden Bemühungen der Non-Profits zu verdeutlichen. Solange die herkömmlichen Mitgliedschaften für die älteren Generationen (Generation X, Baby Boomers und Matures) funktionieren, sollten diese den entsprechenden Zielgruppen aber unbedingt weiter angeboten werden. Nur für die jüngere Generation müssen dann andere Angebote entwickelt und kommuniziert werden. Einstiegsmöglichkeit für langfristige Bindungen ist auch das Ehrenamt, an dem die Generation Y sehr interessiert ist. Allerdings suchen die jungen Leute nach anderen Aufgaben als die Generationen vor ihnen. Sie sind weniger an Arbeit in Gremien interessiert als vielmehr daran, an der Seite der Angestellten zu arbeiten, Analysen anzufertigen und Empfehlungen auszusprechen, Aufgaben also, die sofortige Wirkung zeigen.
Die Millennials sind nicht nur schon heute Kunden (Besucher, Mitglieder und Spender), sie sind zahlenmäßig auch die größte Generation in der Geschichte der Menschheit.
Dienstag, 9. September 2014
Top-Vergütung bei US-Orchestern
Sie ist wieder da: Die jährliche Auflistung was
Konzertmeister, Musikdirektoren (Dirigenten) und Geschäftsführer bei den 60
größten US-Orchestern verdient haben. Drew McManus hat sich die Mühe gemacht,
die Steuererklärungen der Orchester des Geschäftsjahres 2011/2012 durchzugehen
(diese Information der gemeinnützigen Orchester ist öffentlich einsehbar) und
die Ergebnisse auf seinem Blog Adaptistration
veröffentlicht. Demnach verdient ein Geschäftsführer im Durchschnitt $265.000,
ein Musikdirektor $517.000 und ein Konzertmeister $219.000. Kurz gesagt, die
Summen sind aus europäischer Perspektive unfassbar groß!
Bei einem Durchschnittsbudget von $20.000.000 sind es 5% des Gesamtbudget, die für die Vergütung dieser drei Positionen veranschlagt werden. Aber halt, nicht zu schnell urteilen! Auch die Orchestermusiker verdienen im Vergleich zu Ihren europäischen Kollegen sehr viel Geld. Legendär ist auch der Verdienst einiger anderer Mitarbeiter im Orchesterbetrieb, die gewerkschaftlich organisiert sind, wie z.B. die Orchesterwarte.
Erstaunlich an diesen Vergütungen ist auch, dass sie seit Jahren kontinuierlich gestiegen sind. Dies geschieht vor dem Hintergrund einer großen Finanz- und Sinnkrise der US-Orchester, von der auch auf diesem Blog oft berichtet wurde. Aber die Orchester finanzieren sich zum größten Teil durch Spenden und werden mit Ausnahme der Steuerbefreiung vom Staat minimal unterstützt.
Über hundert Jahre hat sich in den USA ein Finanzierungssystem für die Orchester etabliert, das im wesentlichen auf privater Unterstützung basiert. Zwar meldeten sich in den letzten Jahren einige Philantropen zu Wort, die wie Bill Gates die mäzenatische Unterstützung der elitären Hochkultur verurteilen, dennoch haben private Spender die Orchester einigermaßen sicher durch die Finanzkrise getragen. Und nachdem die im Nachklang des Börsencrashs von 2008 akute finanzielle Krise für die meisten Orchester ausgestanden ist, gibt es derzeit keine Anzeichen, dass sich das Lohnniveau der Orchestermusiker und Mitarbeiter in der Führungsriege in absehbarer Zeit deutlich verändern wird.
Bei einem Durchschnittsbudget von $20.000.000 sind es 5% des Gesamtbudget, die für die Vergütung dieser drei Positionen veranschlagt werden. Aber halt, nicht zu schnell urteilen! Auch die Orchestermusiker verdienen im Vergleich zu Ihren europäischen Kollegen sehr viel Geld. Legendär ist auch der Verdienst einiger anderer Mitarbeiter im Orchesterbetrieb, die gewerkschaftlich organisiert sind, wie z.B. die Orchesterwarte.
Erstaunlich an diesen Vergütungen ist auch, dass sie seit Jahren kontinuierlich gestiegen sind. Dies geschieht vor dem Hintergrund einer großen Finanz- und Sinnkrise der US-Orchester, von der auch auf diesem Blog oft berichtet wurde. Aber die Orchester finanzieren sich zum größten Teil durch Spenden und werden mit Ausnahme der Steuerbefreiung vom Staat minimal unterstützt.
Über hundert Jahre hat sich in den USA ein Finanzierungssystem für die Orchester etabliert, das im wesentlichen auf privater Unterstützung basiert. Zwar meldeten sich in den letzten Jahren einige Philantropen zu Wort, die wie Bill Gates die mäzenatische Unterstützung der elitären Hochkultur verurteilen, dennoch haben private Spender die Orchester einigermaßen sicher durch die Finanzkrise getragen. Und nachdem die im Nachklang des Börsencrashs von 2008 akute finanzielle Krise für die meisten Orchester ausgestanden ist, gibt es derzeit keine Anzeichen, dass sich das Lohnniveau der Orchestermusiker und Mitarbeiter in der Führungsriege in absehbarer Zeit deutlich verändern wird.
Montag, 1. September 2014
Gegenwart und Zukunft von Crowd-Projekten im US-Kulturmanagement
Crowdsourcing, crowdfunding, virtual volunteering, gaming
– nachdem die großen amerikanischen Kulturinstitutionen Pionierarbeit geleistet
haben, ziehen inzwischen viele mittlere und kleine Institutionen mit
interessanten Projekten nach. Die Crowd-Projekte scheinen im Jahr 2014 fester
Bestandteil des PR-, Marketing- und Fundraising-Massnahmen-Katalogs von
Kulturbetrieben geworden zu sein.
Das aktuell interessanteste Crowd-Projekt kommt wieder
einmal von der New York Public Library (NYPL). Nachdem das
Crowdsourcing-Projekt "What´s on the Menu“, bei der die digitale Öffentlichkeit
(Crowd) bei der Transkription von historischen Speisekarten mithelfen konnte,
die Massen zur Teilnahme mobilisierte und sensationell schnell abgeschlossen
werden konnte, folgt das neue Projekt "Building Inspector"."
Kill Time. Make History" (Zeit totschlagen. Geschichte schreiben) lautet
der Untertitel: Spielend Augaben lösen und dabei Gutes tun. Tausende
historische Karten wurden von der NYPL
digitalisert und können nun im im Netz von der Crowd, die hier zu
virtuellen Ehrenamtlichen wird, korrigiert werden. Zukunftsweisend ist dieses Projekt durch die
Verbindung verschiedener digitaler Massnahmen wie Crowdsourcing, Virtual
Volunteering und Gaming und dem spielerischen Charakter. Die
"Spieler" können ganz ohne professionelles Vorwissen Grundrisse
überprüfen und korrigieren, Adressen eingeben oder Farben kategorisieren. Sie
können ihren Spielstand verfolgen und sich mit anderen Spielern messen.
Schauen Sie mal vorbei! Das Projekt ist für uns
Kulturmanager inhaltlich, aber auch vom Aufbau und Interaktionspotential
interessant. Lassen Sie sich auf ein kurzes Spielchen ein. Dann haben Sie heute
als virtueller Ehrenamtlicher spielend Ihre gute Tat vollbracht.
buildinginspector.nypl.org
Samstag, 30. August 2014
Museumstrends 2014
Das dominierende Thema des Jahres 2013 im
Museumsmanagement war Technologie und die Fragestellung, wie die neuesten Geräte
und Anwendungen sinnvoll in den Museumsbesuch integriert werden können. Dieses
Thema scheint sich auch im Jahr 2014 fortzusetzen. Elizabeth Merritt vom Center
for the Future of Museums identifizierte folgende aktuelle Trends, die ich hier
kurz kommentiere:
Synästhesie
Dabei handelt es sich sowohl um Technologien, die das Erfassen und Teilen der fünf Sinne ermöglichen, als auch um die Integration von multisensorischen Elementen in das traditionelle Museumserlebnis.
Big Data
Das Sammeln und Auswerten von digitalen Kundendaten wird nicht nur im Marketing genutzt. Es kann auch ein Steuerungsinstrument sein, den Betrieb sowie Wirkung und Nutzen des Museums zu optimieren.
Privatsphäre
Gleichzeitig findet eine für die USA neue Sensibilisierung im Umgang mit Daten statt. Erst kürzlich wurde ein $100 Mio. Projekt (inBloom) eingestellt, weil das Speichern von Schülerdaten nicht mehr auf die Unterstützung der Eltern traf.
Sharing Economy
Sharing Econcomy
Carsharing ist auch in Deutschland ganz groß. In den USA hat sich der Trend des kollaborativen Verbrauchs von Ressourcen auch auf andere Industrien wie das Mieten von Privatunterkünften oder Dogsitting ausgeweitet. Ob dieser Wirtschaftstrend auch für Museen eine Rolle spielt, wird sich im Laufe des Jahres zeigen.
Roboter
Roboter als Konservatoren, Schülerausflug-Begleiter oder Dolmetscher: das alles gibt es schon in amerikanischen Museen. Dieser Trend bleibt bestehen, denn regelmäßig gibt es Berichte über den innovativen Einsatz weiterer Roboter im Museum.
For Profit For Good
Ein neue Generation junger Unternehmer verbindet Geschäft mit Gemeinnützigkeit. Der Trend ist noch nicht im Museumsbereich angekommen, aber ein For Profit Museumsbetrieb, der wie herkömmliche Museen gemeinnützige Ziele verfolgt, könnte wegweisend sein.
Synästhesie
Dabei handelt es sich sowohl um Technologien, die das Erfassen und Teilen der fünf Sinne ermöglichen, als auch um die Integration von multisensorischen Elementen in das traditionelle Museumserlebnis.
Big Data
Das Sammeln und Auswerten von digitalen Kundendaten wird nicht nur im Marketing genutzt. Es kann auch ein Steuerungsinstrument sein, den Betrieb sowie Wirkung und Nutzen des Museums zu optimieren.
Privatsphäre
Gleichzeitig findet eine für die USA neue Sensibilisierung im Umgang mit Daten statt. Erst kürzlich wurde ein $100 Mio. Projekt (inBloom) eingestellt, weil das Speichern von Schülerdaten nicht mehr auf die Unterstützung der Eltern traf.
Sharing Economy
Sharing Econcomy
Carsharing ist auch in Deutschland ganz groß. In den USA hat sich der Trend des kollaborativen Verbrauchs von Ressourcen auch auf andere Industrien wie das Mieten von Privatunterkünften oder Dogsitting ausgeweitet. Ob dieser Wirtschaftstrend auch für Museen eine Rolle spielt, wird sich im Laufe des Jahres zeigen.
Roboter
Roboter als Konservatoren, Schülerausflug-Begleiter oder Dolmetscher: das alles gibt es schon in amerikanischen Museen. Dieser Trend bleibt bestehen, denn regelmäßig gibt es Berichte über den innovativen Einsatz weiterer Roboter im Museum.
For Profit For Good
Ein neue Generation junger Unternehmer verbindet Geschäft mit Gemeinnützigkeit. Der Trend ist noch nicht im Museumsbereich angekommen, aber ein For Profit Museumsbetrieb, der wie herkömmliche Museen gemeinnützige Ziele verfolgt, könnte wegweisend sein.
Mittwoch, 25. Juni 2014
Abgesang auf die klassische Musik
„Brünnhilde has packed her bags and moved to Boca Raton.”
In regelmäßigen Abständen wird in den amerikanischen Medien der endgültige Tod der klassischen Musik vorher gesagt. Diesmal war es das Slate Magazine, das eine kommentierte Datensammlung des rückläufigen klassischen Musikmarktes veröffentlichte: „Requiem. Classical music in America is dead.“Das empörte Echo der Kulturschaffenden auf eine solchen Artikel ist jedes mal groß. Ausserhalb der Branche wird die Diskussion jedoch kaum wahrgenommen.
Zusammengefasst sind die uns Kulturmanagern bekannten Argumente aufgeführt: Operninszenierungen werden immer teurer, das Publikum ist alt und weiß (Amerika ist jung und bunt), Rückgang der Kulturerziehung, fortschreitende Technologisierung, das Problem der Konzertrituale usw. Wir haben es schon oft gehört. Die CD Verkäufe klassischer Musik haben sich nicht erholt, das auf Spenden basierende Geschäftsmodell der Orchester läuft nicht mehr, klassische Radiostationen gehen pleite, es gibt immer weniger Musikkritiker. Das Umfeld für einen florierenden (klassischen) Musikmarkt bricht weg.
Unter den vielen Reaktionen, die zu diesem Artikel geschrieben wurden und die alle eine Widerlegung der Fakten versuchen, welche sich ebenfalls von Mal zu Mal wiederholt, waren diesmal zwei Reaktionen, die herausstanden:
Der New Yorker veröffentlichte als Antwort unter dem Titel „The Fat Lady Is Still Singing“ eine Zeitleiste, die beginnend im Jahr 1324 über die Jahrhunderte die Todesstöße der klassischen Musik auflistet. Mal sind Monteverdi oder Debussy, die neuen Instrumente wie die Violine oder das Klavier, neue Notationen, neue Technologien (Grammophone, CD, YouTube) und immer wieder das fehlende Geld am Untergang der klassischen Musik Schuld. Kaum zu glauben, dass es sie trotzdem noch gibt, die wieder und wieder totgesagte klassische Musik!
Die League of American Orchestras widmete dem Thema als Antwort auf den Slate Artikel eine gesamte Internetseite, die die Frage „http://www.isclassicalmusicdead.com/“ ein für alle Mal beantworten soll. Dies ist mit Sicherheit die humorvollste Reaktion auf die besagte Krise. Schauen Sie mal rein!
In regelmäßigen Abständen wird in den amerikanischen Medien der endgültige Tod der klassischen Musik vorher gesagt. Diesmal war es das Slate Magazine, das eine kommentierte Datensammlung des rückläufigen klassischen Musikmarktes veröffentlichte: „Requiem. Classical music in America is dead.“Das empörte Echo der Kulturschaffenden auf eine solchen Artikel ist jedes mal groß. Ausserhalb der Branche wird die Diskussion jedoch kaum wahrgenommen.
Zusammengefasst sind die uns Kulturmanagern bekannten Argumente aufgeführt: Operninszenierungen werden immer teurer, das Publikum ist alt und weiß (Amerika ist jung und bunt), Rückgang der Kulturerziehung, fortschreitende Technologisierung, das Problem der Konzertrituale usw. Wir haben es schon oft gehört. Die CD Verkäufe klassischer Musik haben sich nicht erholt, das auf Spenden basierende Geschäftsmodell der Orchester läuft nicht mehr, klassische Radiostationen gehen pleite, es gibt immer weniger Musikkritiker. Das Umfeld für einen florierenden (klassischen) Musikmarkt bricht weg.
Unter den vielen Reaktionen, die zu diesem Artikel geschrieben wurden und die alle eine Widerlegung der Fakten versuchen, welche sich ebenfalls von Mal zu Mal wiederholt, waren diesmal zwei Reaktionen, die herausstanden:
Der New Yorker veröffentlichte als Antwort unter dem Titel „The Fat Lady Is Still Singing“ eine Zeitleiste, die beginnend im Jahr 1324 über die Jahrhunderte die Todesstöße der klassischen Musik auflistet. Mal sind Monteverdi oder Debussy, die neuen Instrumente wie die Violine oder das Klavier, neue Notationen, neue Technologien (Grammophone, CD, YouTube) und immer wieder das fehlende Geld am Untergang der klassischen Musik Schuld. Kaum zu glauben, dass es sie trotzdem noch gibt, die wieder und wieder totgesagte klassische Musik!
Die League of American Orchestras widmete dem Thema als Antwort auf den Slate Artikel eine gesamte Internetseite, die die Frage „http://www.isclassicalmusicdead.com/“ ein für alle Mal beantworten soll. Dies ist mit Sicherheit die humorvollste Reaktion auf die besagte Krise. Schauen Sie mal rein!
Dienstag, 17. Juni 2014
Altruismus im digitalen Zeitalter
Der Spendenmarathon zum Jahresende liegt gerade hinter uns,
aber mental bereiten sich die Fundraiser bereits auf die nächste Saison vor.
Dabei spielt das Internet eine immer wichtigere Rolle. In Deutschland und den
USA ist seit Jahren zu beobachten, dass die Transaktionen über das Internet
stetig steigen. Das gilt für den kommerziellen Verkehr, aber auch für
Internet-Spenden. Am sogenannten Cyber Monday wurden in der US-Weihnachtssaison
2013 neue Verkaufsrekorde aufgestellt. Auf Cyber Monday folgt Giving Tuesday
und eine zunehmend größere Zahl Menschen nutzt diesen Tag auch für Spenden über
das Internet.
Das Internet ermöglicht neue Wege für Altruismus, den Digitalen Altruismus, also jenen Altruismus, der durch digitale Techniken unterstützt wird. Dabei kann es sich um Spenden aber auch den Aufbau von Internetseiten für Nonprofits oder Plattformen für gemeinschaftliche (Public-Private-Partnership) Projekte handeln.
Nicht jeder muss seine Spenden-Plattform im Internet selber programmieren. Die Causes Applikation von Facebook ist ein einfaches Vehikel für gemeinnützige Organisationen, ein Profil einzurichten, sich mit Spendern zu vernetzen und Spenden zu sammeln. Eine weiteres Beispiel einer Social App, die auf dem Prinzip des Altruismus basiert, ist die App Impossible. Hier kann man Wünsche posten und erfüllen. Und anstatt dem "Like" (Gefällt Mir) Button gibt es dort den "Thank You“ Button.
Es wird viel über die negativen Erscheinungen wie Netz-Mobbing und Netz-Kriminalität geschrieben. Digitaler Altruismus ist eine der positiven Entwicklungen im Internet, an der es sich lohnt institutionell und privat, teilzunehmen.
Das Internet ermöglicht neue Wege für Altruismus, den Digitalen Altruismus, also jenen Altruismus, der durch digitale Techniken unterstützt wird. Dabei kann es sich um Spenden aber auch den Aufbau von Internetseiten für Nonprofits oder Plattformen für gemeinschaftliche (Public-Private-Partnership) Projekte handeln.
Nicht jeder muss seine Spenden-Plattform im Internet selber programmieren. Die Causes Applikation von Facebook ist ein einfaches Vehikel für gemeinnützige Organisationen, ein Profil einzurichten, sich mit Spendern zu vernetzen und Spenden zu sammeln. Eine weiteres Beispiel einer Social App, die auf dem Prinzip des Altruismus basiert, ist die App Impossible. Hier kann man Wünsche posten und erfüllen. Und anstatt dem "Like" (Gefällt Mir) Button gibt es dort den "Thank You“ Button.
Es wird viel über die negativen Erscheinungen wie Netz-Mobbing und Netz-Kriminalität geschrieben. Digitaler Altruismus ist eine der positiven Entwicklungen im Internet, an der es sich lohnt institutionell und privat, teilzunehmen.
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