Wer zum Sommer noch einen Praktikumsplatz sucht, muss sich jetzt ranhalten. Hier sind meine Empfehlungen, bei wem man sich für den Bereich Museumsmanagement unbedingt bewerben sollte. Dies sind die innovativen Köpfe der Museumsbranche in den USA:
Besucherteilnahme
Nina K. Simon, Direktorin des Santa Cruz Museum of Art and History und Autorin des Blogs „Museum 2.0“. Ihre Recherche und Ideen zum Thema „participatory museum experiences“ finden in der Branche große Beachtung. Wer sich für den Bereich Besucherengagement und –teilnahme interessiert, kann hier wichtige Impulse erfahren und ganz sicher eigene Ideen einbringen.
Ausstellungs – und Programmplanung
Adam Lerner, seines Zeichens “Director and Chief Animator, Department of Fabrications”, Museum of Contemporary Art Denver führte u.a. die Vortragsreihe “Mixed Taste” ein, bei der wissenschaftliche, alltägliche und popkulturelle Themen nacheinander präsentiert und vom entsprechend breiten Publikum diskutiert werden. Ebenso innovativ sind seine Themen-orientierten Ausstellungen. „Most art museums want to be professional purveyors of art, but I want to capture the spirit of art, which may be more important than art itself”, so Lerner.
Pädagogische Programme
Jamie Thompson, Curator of Education, Contemporary Art Center Cincinnati. Jamie entwickelt Besucherprogramme für alle Altersstufen, die mit Hilfe von geschulten Ehrenamtlichen durchgeführt werden. Für die Kulturvermittlung wird u.a. die sogenannte Visual-Thinking-Strategy angewandt, die ein Gespräch über Kunst auf allen Lernstufen ermöglicht und als Kommunikationstraining von den Mitarbeitern auch in Firmen durchgeführt wird.
Medien und Technologien
Shelly Bernstein, Chief of Technology, Brooklyn Museum. Shelly testet alle neuen Programme und Technologien auf ihre Museumstauglichkeit. Und dabei entstehen ganz kreative Projekte, wie zum Beispiel Click! A Crowd-Curated Exhibition. Für ihre ArtShare Facebook App gab’s sogar mehrere Preise.
Mittwoch, 28. März 2012
Montag, 12. März 2012
Minneapolis 2012

Um diese Jahreszeit ist es in Minneapolis im Bundestaat Minnesota bitterkalt. Damit man sich in der Innenstadt trotzdem bewegen kann gibt es ein 13 km langes überdachtes Wegesystem, den sogenannten Skywalk, der 69 Häuserblocks miteinander verbindet. Festivals, wie das „Art Shanty Festival“ finden dann auf dem Eis statt. Sobald der Frühling im Land der 10.000 Seen Einzug gehalten hat, werden Stadt und Umgebung zum Outdoor Paradies. Dann gestalten Künstler im Skulpturengarten des Walker Art Center einen Mini Golfplatz und die Open Air Konzertsaison beginnt.
Im letzten Jahr pilgerten über 1.000 Delegierte, Mitglieder der League of American Orchestras, nach Minneapolis, um die Lage der maroden Orchestersituation in den USA zu diskutieren. In der angrenzenden „Twin City“ St. Paul ließen sie sich vom innovativen Ticketmanagement des St. Paul Chamber Orchestras und dem Klang des Minnesota Symphony Orchestras inspirieren. Laut Alex Ross, Kritiker des New Yorker, klingt letzteres, „wie das beste Orchester der Welt.“
Unter dem Motto „Creative Community“ treffen sich im Mai 2012 tausende Künstler, Ehrenamtliche und Museumsmanager anlässlich der Konferenz der American Museum Association in Minneapolis – St. Paul. Ohne Zweifel wird das Walker Art Center mit seinen ausgezeichneten Ausstellungen und innovativem Museumsmanagement eine führende Rolle in den Diskussionen einnehmen. Schon lange sind die Mitarbeiter z.B. im Bereich Neue Medien und Soziale Netzwerke bei der Ausstellungsgestaltung und Kommunikation ganz vorne dabei.
Künstler und Museumsmanager sind die Innovatoren der US-Kulturbranche, deren Gipfeltreffen 2012 die Konferenz in Minneapolis- St. Paul sein wird. Die vorgestellten Projekte und der Austausch mit Kollegen können auch Ideen für andere Sparten- weltweit - inspirieren. Wenn Sie selber nicht dabei sein können, besuchen Sie diesen Blog vom 29. April bis 2. Mai, wo ich von der Konferenz berichten werde.
Freitag, 3. Februar 2012
International Cultural Management
Next week I will be joining a panel in Berlin held by the Robert Bosch Foundation and Goethe Institut to discuss what "qualifications in international cultural management contribute to strengthening and internationally networking the arts scene in countries in transition."
Since I have so many friends, followers and blog readers worldwide, I hope there may be a few of you who might want to contribute to the topic. If you work with students, artist or organizations from countries in transition such as BRICS and Arab countries what are your experiences and examples of best practices? Can you share your opinion to help answer the questions below?
1. What qualifications should a cultural manager – in Europe and in countries in transition – possess for international cultural cooperation among peers?
2. At what levels and among which target groups can training programmes be launched for cultural managers in an international context?
3. What criteria do we use to measure their success? What do the certificates look like?
4. What is the relationship between individual advancement and institutional or project funding?
5. What is the relationship between individual advancement and cultural policy processes (in one country, internationally)?
6. How can we support the formation of networks of (former) participants in the programmes?
7. How should ensuing artistic productions be funded?
Feel free to DM me if you don't like to share your opinion in an open forum.
Thank you!
Since I have so many friends, followers and blog readers worldwide, I hope there may be a few of you who might want to contribute to the topic. If you work with students, artist or organizations from countries in transition such as BRICS and Arab countries what are your experiences and examples of best practices? Can you share your opinion to help answer the questions below?
1. What qualifications should a cultural manager – in Europe and in countries in transition – possess for international cultural cooperation among peers?
2. At what levels and among which target groups can training programmes be launched for cultural managers in an international context?
3. What criteria do we use to measure their success? What do the certificates look like?
4. What is the relationship between individual advancement and institutional or project funding?
5. What is the relationship between individual advancement and cultural policy processes (in one country, internationally)?
6. How can we support the formation of networks of (former) participants in the programmes?
7. How should ensuing artistic productions be funded?
Feel free to DM me if you don't like to share your opinion in an open forum.
Thank you!
Dienstag, 31. Januar 2012
Alltagshelden - Mütter als Zielgruppe des Kulturbetriebs
Mütter managen mehrheitlich den Haushalt und den Familienalltag, das ist nicht nur in den USA sondern in den meisten Ländern der Welt so. Sie sind Multiplikatoren, weil ihre Kaufentscheidungen die gesamte Familie beeinflussen. Da sich die Rolle der Frau weltweit wandelt, nehmen immer mehr Mütter Einfluss in Politik und Wirtschaft. Das macht sie als Zielgruppe für Marketingmaßnahmen umso interessanter.
Mütter sind auch als Kulturzielgruppe von großer Bedeutung insbesondere wenn es um Kinder- und Familienprogramme geht. Im Unterschied zu anderen wichtigen Zielgruppen für Kulturinstitutionen in den USA wie z.B. Senioren, die GLBT Community, Studenten oder Kulturtouristen sind Mütter die am wenigsten homogene Gruppe. Sie gehören verschiedenen Generationen an und pflegen die unterschiedlichsten Lebensstile. Wie kann man also am besten mit Ihnen kommunizieren? Und was sind die Faktoren, die Mütter motivieren?
Nach meiner Erfahrung im Kulturmarketing sind Mütter besonders preisbewusst und online aktiv. Letzteres bestätigen tausende Kampagnen, die Mütter als eine der 5 meistgefragtesten Zielgruppen im Internet identifizieren. Ganz klar verkaufen sich Karten für Familien- und Kinderprogramme über Daily Deal Sites (Groupon, Living Social etc.) ganz besonders gut.
Die US-Firma Mashable (Social Media und Technologie News) hat 7 Tipps zusammengestellt, mit welchen Themen und welcher Art von Kommunikation man Mütter erreicht. Familie, Sentimentalität aber auch Humor und Mütter als Alltagshelden kommen gut an. Und wenn’s um Kommunikation geht, je kürzer desto besser: Keep It Short and Simple – KISS.
Kennen Sie eine Marketingkampagne aus dem Kulturbereich, die speziell auf Mütter abgestimmt ist? Ich würde mich freuen, von Ihnen zu hören!
Mütter sind auch als Kulturzielgruppe von großer Bedeutung insbesondere wenn es um Kinder- und Familienprogramme geht. Im Unterschied zu anderen wichtigen Zielgruppen für Kulturinstitutionen in den USA wie z.B. Senioren, die GLBT Community, Studenten oder Kulturtouristen sind Mütter die am wenigsten homogene Gruppe. Sie gehören verschiedenen Generationen an und pflegen die unterschiedlichsten Lebensstile. Wie kann man also am besten mit Ihnen kommunizieren? Und was sind die Faktoren, die Mütter motivieren?
Nach meiner Erfahrung im Kulturmarketing sind Mütter besonders preisbewusst und online aktiv. Letzteres bestätigen tausende Kampagnen, die Mütter als eine der 5 meistgefragtesten Zielgruppen im Internet identifizieren. Ganz klar verkaufen sich Karten für Familien- und Kinderprogramme über Daily Deal Sites (Groupon, Living Social etc.) ganz besonders gut.
Die US-Firma Mashable (Social Media und Technologie News) hat 7 Tipps zusammengestellt, mit welchen Themen und welcher Art von Kommunikation man Mütter erreicht. Familie, Sentimentalität aber auch Humor und Mütter als Alltagshelden kommen gut an. Und wenn’s um Kommunikation geht, je kürzer desto besser: Keep It Short and Simple – KISS.
Kennen Sie eine Marketingkampagne aus dem Kulturbereich, die speziell auf Mütter abgestimmt ist? Ich würde mich freuen, von Ihnen zu hören!
Dienstag, 10. Januar 2012
Marketing For The Arts Core Audience

When I worked at the Art Institute of Chicago I surveyed visitors about how they heard about the exhibition. Across exhibitions the number one answer was “I heard about the exhibition from family and/or friends.” I got the same response when I surveyed visitors about permanent and temporary exhibitions at Frank Lloyd Wright’s Westcott House and across the ocean at the Deutsches Architekturmuseum in Frankfurt, Germany.
Rarely marketing research yields such clear results. So how do you act on it?
Ask your visitors "How likely is it that you would recommend this exhibition/museum to a friend or colleague?" As a result the Net Promoter Scores is usually very high in the arts world. Our customers believe that as arts organizations we act on our promises made in the mission statement. They believe we contribute to make the world a better place. And we work really hard for that so let your visitors be your ambassadors and help you tell the story.
We have the most captive audience while they are at the exhibition site. The more time passes after their visit, the wider the distance physically and mentally, the harder it gets to have them act on the recommendation. We all try to prompt private conversation in that direction through social media or send incentives after the visit.
Here is one genius example of how to make most out of it and act fast. In the final room of the exhibition this museum installed a room for reflection with press clippings, a lounge area to browse the exhibition catalogue, artwork from students who created artwork inspired by the themes of the exhibition and a stand where you can send a picture postcard from the exhibition. Yes, snail mail. The postage is sponsored by a private post company with no ZIP code limitations. Attached to the postcard is a coupon which the recipient can exchange for a small gift at the ticket counter when visiting the exhibition. What a great way to make visitors help spread the word.
A minus from my gen x point of view was that throughout the exhibition there was no call to share your thoughts or pictures via social media. I would have loved to check in with my mobile device and get a surprise reward. But I guess with the core audience being German seniors, snail mail works just fine.
The exhibition is still running but I will ask if they share any numbers, postcards sent, return rates and ROI after the exhibition closed. To be continued...
Mittwoch, 21. Dezember 2011
Die heiße Phase. Das Weihnachtsgeschäft, Teil 2

Das Weihnachtsgeschäft ist in vollem Gange. Das bedeutet unzählige Nussknacker Aufführungen, Rummel im Museumsshop und Weihnachtskonzerte, allen voran Der Messias. Ja, richtig gelesen. Händels Messiah wird in den USA zu Weihnachten und kaum zu Ostern auf die Bühne gebracht. Beliebt sind Aufführungen mit Halleluja Chor zum Mitsingen. Was für ein Spektakel!
Hinter den Kulissen geht’s vor allem im Development Department, der Fundraising Abteilung rund. Im Durschnitt spenden US-Amerikaner 2-3% ihres Netto-Einkommens für gemeinnützige Zwecke. Kirchen und Universitäten bekommen am meisten aber auch für die Kultur fällt Einiges ab. Das Ende des Wirtschaftsjahres, das Weihnachtsfest, Hanukkah und Kwanzaa fallen am Kalenderjahresende zusammen und bieten vielfältige Möglichkeiten, jetzt nach Spenden zu fragen. Das wird natürlich von langer Hand vorbereitet und so gehen jetzt täglich Mailings raus. Das Telefon steht nicht still und am Rande von Veranstaltungen und Weihnachtslunches wird noch die ein oder andere Spende verbucht. Trotz E-Mail und Social Media ist persönlicher Kontakt wichtig. Wie heisst es doch so schön? People give to people.
Dezember ist der spendenintensivste Monat im Jahr. Wer sich die Chance nicht entgehen lassen möchte, vor dem Jahresende noch eine kleine E-Mail-Spendenkampagne auf den Weg zu bringen, sollte den E-Newsletter der Chronicle of Philanthropy abonnieren, der Wochentags versandt wird. Dort werden wochentags Fundraising Tipps und News versandt. Vielleicht haben Sie sogar noch Zeit, in dieses kostenlose Podcast zum Thema "Last Minute Tips for Year End Fund Raising" rein zu hören. Für Fragen rund ums Thema Fundraising stehe ich natürlich gerne zur Verfügung. Gutes Gelingen!
Freitag, 9. Dezember 2011
Die heiße Phase. Das Weihnachtsgeschäft, Teil 1

Die heiße Phase auch für Kultureinrichtungen und Nonprofits in den USA beginnt am Tag nach Thanksgiving, am letzten Freitag im November. Vorher sieht man in den USA kaum Weihnachtsartikel und auch keine Weihnachtsdekorationen. Erst konzentriert sich alles auf das größte Fest Thanksgiving und an den Flughäfen und auf den Highways ist die Hölle los. Am folgenden Tag aber, dem sogenannten Black Friday, geht der Verkaufsrummel ganz früh morgens los. Die ganz Harten übernachten vor den Geschäften, die mit neuen Produkten und Discounts bis zu 70% locken. Die Mehrheit der Geschäfte, Einzelhändler sowie Ketten, schreiben an diesem Tag zum ersten Mal im Jahr schwarze Geschäftszahlen, daher der Name Black Friday. Nicht selten macht das Weihnachtsgeschäft 2/3 des Jahresumsatzes aus. Auf den Black Friday folgt nach dem Wochenende der Cyber Monday. Dann beginnt das große Internetshopping. Jahr für Jahr werden am relativ neuen Cyber Monday noch neue Verkaufsrekorde aufgestellt.
Was bedeutet das für Kultureinrichtungen und Nonprofits? Nach meiner Erfahrung ist der Black Friday auch der umsatzstärkste Tag in vielen Museumsshops. Und nicht nur im Shop tobt der Bär, auch die Ausstellungsräume sind gerammelt voll. Denn wo sonst soll man mit den lieben Verwandten hin? Wenn man sich die Weihnachtskataloge der großen Museen anschaut z.B. des Metropolitan Museums und des Art Institutes of Chicago, kann man erahnen, dass dies tatsächlich ein Millionengeschäft ist. Es lohnt sich ein Blick auf die professional gestalteten Internetseiten der oben genannten Museumsshops. Ich finde es interessant zu sehen, wie viele Artikel von der eigenen Sammlung inspiriert sind. Außerdem ist der Einkaufsprozess interessant. Keine Kultureinrichtung kann sich ein online Verkaufssystem so einfach wie Amazon oder so intelligent wie Shopycat leisten. Wie stellen sich die Marke dar? Wie einfach ist die Bedienung? Gibt es individuelle Empfehlungen? Ein Besuch lohnt sich!
Montag, 5. Dezember 2011
Dear Santa! An Arts Administrator's Wishlist
1. Dear Santa, please give me a program just like Walmart's Shopycat which scans the audiences social media likes and gives them concert and recording suggestions.2. Dear Santa, please send me Alexander Wang and John Bock to design items for the Museum Store.
3. Dear Santa, give me the plushest and most comfortable seats for the auditorium.
Do you work in the creative industries? What are your wishes for your organization?
Mittwoch, 9. November 2011
Internetseiten bewertet. Das Ranking der US Orchester
Immer auf der Suche nach neuen Ideen für die Orchester Webseite? Gerade ist das jährliche Ranking der US Orchester Websites erschienen. Kulturberater Drew McManus macht sich jedes Jahr die Arbeit, die Internetseiten der 71 professionellen Orchester zu analysieren und bewerten. Hierbei steht nicht das Design oder der künstlerische Inhalt im Vordergrund sondern die nutzerfreundliche Anwendung: Lassen sich die Tickets direkt auf der Homepage kaufen? Wie einfach ist es, eine Online Spende zu machen? Gibt es eine Suchfunktion? Sind die Social Media buttons sinnvoll integriert? Wie detailliert sind die Konzertinformationen im Kalender?Zum ersten Mal rückt dieses Jahr das Atlanta Orchestra auf Platz eins, welcher seit Einführung des Tests immer entweder vom Chicago Orchestra oder vom Nashville Orchestra (jetzt Platz 2 und 3) belegt wurde. Dass eine gute Internetseite kein riesiges Budget verschlingen muss, beweisen die Internetseiten des Los Angelos Chamber Orchestra (Platz 7) und des Dayton Philharmonic (Platz 9). Beide sind sogenannte ROPA Ensembles (Regional Orchestras Players Association), die Musikern keine Vollanstellung bieten und mit vergleichbar kleinem Budget arbeiten.
Wie in allen anderen Bereichen der Orchesterarbeit lassen sich auch in der Internetseitengestaltung Trends beobachten. War vor 5 Jahren der Button für Internetspenden das neueste unverzichtbare Muss, so war es vor 2 Jahren der Social Media share Button und dieses Jahr die Internetseite für mobile Geräte. Hier ist die Liste der Kriterien. Im Wesentlichen sind die Kriterien auf andere Kultursparten übertragbar. Also, schauen Sie mal rein und vergleichen Sie, wo Ihre Institution wohl stehen könnte.
Dienstag, 11. Oktober 2011
Neurowissenschaft für Kulturmanager

Ich bin ein groβer Freund von digitalen Medien, insbesondere Social Media, ganz klar. Zielgruppen spezifisch eingesetzt tauchen diese Marketinginstrumente in jedem meiner Marketingpläne auf. Aber durch digitale Medien erreichen wir eben nicht alle Zielgruppen, insbesondere nicht die älteren Generationen, die vielerorts unser Kernpublikum sind. Es wird Sie deshalb nicht überraschen, dass in meiner Marketingpraxis die gute alte Postkarte (Direct Mail) das effektivste Kommunikationsmittel mit dem höchsten ROI ist. Und das gilt nicht nur für Mailings zu dem bestehenden Publikum sondern auch für Adresslisten, die ich regelmäβig einkaufe, um neues Publikum anzusprechen.
Eine Marketingstudie aus dem Bereich Neurowissenschaften belegt, dass Direct Mail im Vergleich zu digitalen Medien tiefere und länger anhaltende Eindrücke hinterlässt: Direct Mail erzeugt mehr und tiefere emotionale Verarbeitung der Nachricht; Das Gehirn nimmt das haptische Erlebnis als realer wahr; Die Bereiche des Gehirns, die mit der Introspektion verbunden sind, werden durch Direct Mail stärker aktiviert.
Nachricht und Graphik medienspezifisch zu gestalten, ist eine Wissenschaft für sich. Farben, Textlänge, Papier und Bilder spielen bei Druckerzeugnissen eine ganz andere Rolle als bei z.B. einem online Werbebanner, das auf dem Bildschirm erscheint und Nachricht und Bild in verkürzter Form transportieren muss. Um den Bogen zu digitalen Medien zu schlagen und Direct Mail auch für die junge Generation interessant zu gestalten, füge ich dem traditionellen Text gerne QR codes hinzu. Diese können Sie mit einem Video vom angekündigten Künstler verlinken und schon gibt es einen interaktiven, virtuellen Mehrwert, über die Nachricht auf dem Papier hinaus.
Mittwoch, 14. September 2011
Publikumsbeteiligung im Bereich Tanz
Autorin SOR, Erschienen im Newsletter "Kultur - Management - Politik", Raabe Verlag, August 2011
Auf der jährlichen Konferenz des Industrieverbands des Bereichs Tanz (Bühne) Dance/USA Mitte Juli in Chicago wurden die Ergebnisse einer Studie zum Thema Publikumsbeteiligung im Bereich Tanz vorgestellt:
- Die beim Publikum beliebteste Form der Beteiligung ist die Öffentliche Probe, bei der die Zuschauer Einblick in den kreativen Prozess gewinnen können.
- Die Nachfrage nach mehr Möglichkeiten für Publikumsbeteiligung ist groβ - sowohl nach pädagogischen Programmen als auch nach mehr Raum für soziale Begegnungen mit anderen Tanzliebhabern.
- Die Zuschauer sind an Einführungsveranstaltungen vor der Aufführung von den Künstlern interessiert, entweder live oder aufgezeichnet.
- Fast die Hälfte der Zuschauer ist an regelmäβigen Einführungsveranstaltungen auf der Bühne interessiert.
- Die gröβte Chance das Publikum nach dem Besuch zu beteiligen ist, die Zuschauer zu einer Diskussion über die Aufführung auf dem Heimweg anzuregen.
Interessanterweise stimmen diese Erkenntnisse mit den Ergebnissen verschiedener Studien aus dem Bereich Orchester überein. Das Tanzpublikum ist ebenfalls älter als der US- Durchschnittsbürger (wenn auch nicht ganz so alt wie das Publikum von Orchester und Oper) und 57% der Zuschauer tanzen selber (zum Vergleich: 73% des Orchesterpublikums haben einmal ein Instrument gespielt). 75% des Tanzpublikums sind an Begleitprogrammen interessiert, die zur „Bewegung“ animieren. Die Studie stellte unter den unter 35-jährigen darüber hinaus groβes Interesse fest, sich die Aufführungen digital auf mobilen Geräten anzusehen.
Jede langfristige Maβnahme zur Publikumsentwicklung im Bereich Bühne sollte daher aus ökonomischer Sicht über den Besuch hinaus Möglichkeiten zur aktiven und Medien-basierten Teilnahme beinhalten.
Auf der jährlichen Konferenz des Industrieverbands des Bereichs Tanz (Bühne) Dance/USA Mitte Juli in Chicago wurden die Ergebnisse einer Studie zum Thema Publikumsbeteiligung im Bereich Tanz vorgestellt:
- Die beim Publikum beliebteste Form der Beteiligung ist die Öffentliche Probe, bei der die Zuschauer Einblick in den kreativen Prozess gewinnen können.
- Die Nachfrage nach mehr Möglichkeiten für Publikumsbeteiligung ist groβ - sowohl nach pädagogischen Programmen als auch nach mehr Raum für soziale Begegnungen mit anderen Tanzliebhabern.
- Die Zuschauer sind an Einführungsveranstaltungen vor der Aufführung von den Künstlern interessiert, entweder live oder aufgezeichnet.
- Fast die Hälfte der Zuschauer ist an regelmäβigen Einführungsveranstaltungen auf der Bühne interessiert.
- Die gröβte Chance das Publikum nach dem Besuch zu beteiligen ist, die Zuschauer zu einer Diskussion über die Aufführung auf dem Heimweg anzuregen.
Interessanterweise stimmen diese Erkenntnisse mit den Ergebnissen verschiedener Studien aus dem Bereich Orchester überein. Das Tanzpublikum ist ebenfalls älter als der US- Durchschnittsbürger (wenn auch nicht ganz so alt wie das Publikum von Orchester und Oper) und 57% der Zuschauer tanzen selber (zum Vergleich: 73% des Orchesterpublikums haben einmal ein Instrument gespielt). 75% des Tanzpublikums sind an Begleitprogrammen interessiert, die zur „Bewegung“ animieren. Die Studie stellte unter den unter 35-jährigen darüber hinaus groβes Interesse fest, sich die Aufführungen digital auf mobilen Geräten anzusehen.
Jede langfristige Maβnahme zur Publikumsentwicklung im Bereich Bühne sollte daher aus ökonomischer Sicht über den Besuch hinaus Möglichkeiten zur aktiven und Medien-basierten Teilnahme beinhalten.
Mittwoch, 31. August 2011
„Was zieh’ ich an?“ Amerika ist konservativ.
Photo Credit: Lawrence K. Ho / Los Angeles Times
Eintrag aus meinem US-Blog vom online Kulturmanagement-Portal:
Vor kurzem entfachte sich am Beispiel des Konzertkleides der Pianistin Yuja Wang unter US-Musikkritikern eine Diskussion zum Thema Konzertgarderobe. Ist das Kleid zu kurz, zu sexy, was gehört sich und was nicht - und muss darüber überhaupt gesprochen bzw. geschrieben werden?
Privat mag Ihnen dieses Thema egal sein, aber unter uns Managern und von Marketing zu Künstler, dies ist ein wiederkehrendes Thema. Wie oft sind die Kollegen vom Backstagebereich mit den Künstlern unterwegs, um schnell noch ein Konzertkleid zu besorgen! Wie oft habe ich als Künstlervermittlerin in einer deutschen Konzertagentur Probe-CDs beiseite gelegt, deren Coverfoto mir allzu freizügig erschien. Das Echo zu den o.g. Artikeln der Musikkritiker war vielfältig und alle erdenklichen Meinungen waren vertreten, die sie unter den unten aufgeführten Links nachlesen können. Aus der US-Praxis kann ich berichten, dass für die meisten Besucher insbesondere bei Vorstellungen Freitags- und Samstagabends das Konzerterlebnis ein formelles ist. Man holt feine Sachen raus. Das Orchester spielt im Frack. Die Kleidung der Solisten sollte im besten Falle die Persönlichkeit wiederspiegeln aber dem formellen Anlass angemessen sein. Mit Verwunderung wird oft die Kleidung der europäischen Künstler kommentiert z.B. Chanel-Sneakers zur After-Show-Party, enge Hosen im „europäischen Schnitt“ auf der Bühne und der alternative Look, das Abendkleid aus ungefärbten Naturfasern.
Hier mein Rat: Im Zweifelsfall konservative Bühnenkleidung. Das hat international Bestand – und es gilt auch für Männer.
Und übrigens auch für Fotos. Diese schulterfreien, offiziellen Fotos von Janine Jansen (url http://www.janinejansen.com/gallery2.php ) wurden für eine digitale Anzeigenkampagne in den USA von Facebook abgelehnt: “The image included in your ad is not suitable to appear on Facebook.”
Mark Swed: Culture Monster “Music review: Yuja Wang and Lionel Bringuier at Hollywood Bowl” http://latimesblogs.latimes.com/culturemonster/2011/08/music-review-yuja-wang-lionel-bringuier-at-the-hollywood-bowl.html
Amanda Meer: Life’s A Pitch “Does your mother know that you’re out?” http://www.artsjournal.com/lifesapitch/2011/08/does-your-mother-know-that-youre-out/
Anne Midgette: The Classical Beat “On the (lack of) classical style” http://www.washingtonpost.com/blogs/classical-beat/post/on-the-lack-of-classical-style/2011/08/09/gIQAnkLq4I_blog.html#pagebreak
Eintrag aus meinem US-Blog vom online Kulturmanagement-Portal:
Vor kurzem entfachte sich am Beispiel des Konzertkleides der Pianistin Yuja Wang unter US-Musikkritikern eine Diskussion zum Thema Konzertgarderobe. Ist das Kleid zu kurz, zu sexy, was gehört sich und was nicht - und muss darüber überhaupt gesprochen bzw. geschrieben werden?
Privat mag Ihnen dieses Thema egal sein, aber unter uns Managern und von Marketing zu Künstler, dies ist ein wiederkehrendes Thema. Wie oft sind die Kollegen vom Backstagebereich mit den Künstlern unterwegs, um schnell noch ein Konzertkleid zu besorgen! Wie oft habe ich als Künstlervermittlerin in einer deutschen Konzertagentur Probe-CDs beiseite gelegt, deren Coverfoto mir allzu freizügig erschien. Das Echo zu den o.g. Artikeln der Musikkritiker war vielfältig und alle erdenklichen Meinungen waren vertreten, die sie unter den unten aufgeführten Links nachlesen können. Aus der US-Praxis kann ich berichten, dass für die meisten Besucher insbesondere bei Vorstellungen Freitags- und Samstagabends das Konzerterlebnis ein formelles ist. Man holt feine Sachen raus. Das Orchester spielt im Frack. Die Kleidung der Solisten sollte im besten Falle die Persönlichkeit wiederspiegeln aber dem formellen Anlass angemessen sein. Mit Verwunderung wird oft die Kleidung der europäischen Künstler kommentiert z.B. Chanel-Sneakers zur After-Show-Party, enge Hosen im „europäischen Schnitt“ auf der Bühne und der alternative Look, das Abendkleid aus ungefärbten Naturfasern.
Hier mein Rat: Im Zweifelsfall konservative Bühnenkleidung. Das hat international Bestand – und es gilt auch für Männer.
Und übrigens auch für Fotos. Diese schulterfreien, offiziellen Fotos von Janine Jansen (url http://www.janinejansen.com/gallery2.php ) wurden für eine digitale Anzeigenkampagne in den USA von Facebook abgelehnt: “The image included in your ad is not suitable to appear on Facebook.”
Mark Swed: Culture Monster “Music review: Yuja Wang and Lionel Bringuier at Hollywood Bowl” http://latimesblogs.latimes.com/culturemonster/2011/08/music-review-yuja-wang-lionel-bringuier-at-the-hollywood-bowl.html
Amanda Meer: Life’s A Pitch “Does your mother know that you’re out?” http://www.artsjournal.com/lifesapitch/2011/08/does-your-mother-know-that-youre-out/
Anne Midgette: The Classical Beat “On the (lack of) classical style” http://www.washingtonpost.com/blogs/classical-beat/post/on-the-lack-of-classical-style/2011/08/09/gIQAnkLq4I_blog.html#pagebreak
Mittwoch, 17. August 2011
Crowdsourcing genial genutzt
Eintrag aus meinem US-Blog vom online Kulturmanagement-Portal:
Die Recherche für die Ausstellung “Talk To Me”, die an diesem Sonntag im Museum of Modern Art in New York eröffnet wurde, begann vor eineinhalb Jahren auf dem gleichnamigen Blog auf der MoMA Internetseite. Im Zentrum der Ausstellung stehen Betrachtungen zum Thema „Design und Kommunikation zwischen Menschen und Objekten.“ Jeder war eingeladen, Ideen und Projekte einzureichen, die dann auf dem Blog veröffentlicht worden. „Es ging einerseits darum“, so Paola Antonelli, Kuratorin für Architektur und Design am MoMA, „eine Community rund um das Thema aufzubauen und uns darüber hinaus auf weniger bekannte Projekte in diesem sich schnell entwickelnden Gebiet aufmerksam zu machen.“ Aus 1500 Nominierungen ist nun eine Ausstellung von 200 praktischen und spielerischen Objekten, Gadgets, Videos, Apps und Spielen entstanden, die unsere zunehmend intimere Beziehung zu Objekten beleuchten. Kuratorin Antonelli und das MoMA verstehen sich mit dieser untraditionellen Vorschau durchaus als Wegbereiter für eine evolvierende Rolle des Museums: „Wir sollten Museen als Forschungs- und Entwicklungsabteilung der Gesellschaft betrachten. Ich versuche interessante und inspirierende Fallstudien eines bestimmten Zeitpunkts zu sammeln, die zusammen als Basis für zukünftige Entwicklungen im Bereich Design gelten können.“
Neben dem innovativen Ansatz, das Museum als Visionär, Moderator und Plattform für Objekte und Diskussionen, deren Relevanz sich erst in den kommenden Jahren zeigt , zu präsentieren, steht die Demokratisierung des Kuratierens. Durch Crowdsourcing wurden Objekte und Projekte vorgestellt, die die Kuratorin alleine nicht hätte identifizieren können. Antonelli berichtet, dass ein gewünschter Nebeneffekt bei Ausstellungen wie dieser ist, dass sich Menschen aus unterschiedlichen Disziplinen und allen Ecken der Welt finden, was auch in Zusammenarbeit bei zukünftigen Projekten resultiert.
Aus Besucherperspektive erfüllt dieses Projekt drei Kriterien, die von Besuchern und Blog –Lesern gleichermaβen als besonders wichtig empfunden werden: Möglichkeiten zum Mitmachen, Raum für neue Begegnungen und Anleitung zum Dialog. Dass die endgültige Auswahl der Objekte der Kuratorin zusteht, entspricht ebenfalls Besuchererwartungen. Kernkompetenz des Museums und seiner Mitarbeiter ist die Expertise und damit auch die Berechtigung die gezeigten Inhalte ultimativ zu wählen.
Die Ausstellung ist bis zum 7. November im Museum of Modern Art zu sehen.
“Talk To Me”, url http://www.moma.org/visit/calendar/exhibitions/1080
Blog, url http://wp.moma.org/talk_to_me/
Die Recherche für die Ausstellung “Talk To Me”, die an diesem Sonntag im Museum of Modern Art in New York eröffnet wurde, begann vor eineinhalb Jahren auf dem gleichnamigen Blog auf der MoMA Internetseite. Im Zentrum der Ausstellung stehen Betrachtungen zum Thema „Design und Kommunikation zwischen Menschen und Objekten.“ Jeder war eingeladen, Ideen und Projekte einzureichen, die dann auf dem Blog veröffentlicht worden. „Es ging einerseits darum“, so Paola Antonelli, Kuratorin für Architektur und Design am MoMA, „eine Community rund um das Thema aufzubauen und uns darüber hinaus auf weniger bekannte Projekte in diesem sich schnell entwickelnden Gebiet aufmerksam zu machen.“ Aus 1500 Nominierungen ist nun eine Ausstellung von 200 praktischen und spielerischen Objekten, Gadgets, Videos, Apps und Spielen entstanden, die unsere zunehmend intimere Beziehung zu Objekten beleuchten. Kuratorin Antonelli und das MoMA verstehen sich mit dieser untraditionellen Vorschau durchaus als Wegbereiter für eine evolvierende Rolle des Museums: „Wir sollten Museen als Forschungs- und Entwicklungsabteilung der Gesellschaft betrachten. Ich versuche interessante und inspirierende Fallstudien eines bestimmten Zeitpunkts zu sammeln, die zusammen als Basis für zukünftige Entwicklungen im Bereich Design gelten können.“
Neben dem innovativen Ansatz, das Museum als Visionär, Moderator und Plattform für Objekte und Diskussionen, deren Relevanz sich erst in den kommenden Jahren zeigt , zu präsentieren, steht die Demokratisierung des Kuratierens. Durch Crowdsourcing wurden Objekte und Projekte vorgestellt, die die Kuratorin alleine nicht hätte identifizieren können. Antonelli berichtet, dass ein gewünschter Nebeneffekt bei Ausstellungen wie dieser ist, dass sich Menschen aus unterschiedlichen Disziplinen und allen Ecken der Welt finden, was auch in Zusammenarbeit bei zukünftigen Projekten resultiert.
Aus Besucherperspektive erfüllt dieses Projekt drei Kriterien, die von Besuchern und Blog –Lesern gleichermaβen als besonders wichtig empfunden werden: Möglichkeiten zum Mitmachen, Raum für neue Begegnungen und Anleitung zum Dialog. Dass die endgültige Auswahl der Objekte der Kuratorin zusteht, entspricht ebenfalls Besuchererwartungen. Kernkompetenz des Museums und seiner Mitarbeiter ist die Expertise und damit auch die Berechtigung die gezeigten Inhalte ultimativ zu wählen.
Die Ausstellung ist bis zum 7. November im Museum of Modern Art zu sehen.
“Talk To Me”, url http://www.moma.org/visit/calendar/exhibitions/1080
Blog, url http://wp.moma.org/talk_to_me/
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